MANO. Der Junge, der nicht wusste, wo er war.
Hanser Verlag, 2008
Ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-446-23099-6
Er sitzt am Straßenrand, abgerissen, krank und verstört durch seine Erlebnisse im KZ. So finden ihn befreite französische Kriegsgefangene auf dem Weg nach Hause und nehmen ihn mit. Aber in Frankreich darf niemand merken, dass er Deutscher ist. Dort hassen sie die Deutschen, schärfen sie ihm ein. Er darf kein Deutsch sprechen und muss auf der Hut sein, auch im Kinderheim. Zum Glück nimmt ihn eine Pflegefamilie auf, die ihm hilft, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden: Er lernt Französisch, geht zur Schule, findet Freunde - aber immer noch ist da die Angst. Seinen richtigen Namen sagt er niemandem. Unter dem aber suchen ihn inzwischen seine Eltern ... Die wahre Geschichte eines Sinti-Jungen in den Wirren der Nachkriegszeit.
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Die Begründung der Jury
Die Preisjury hat ihre Entscheidung für das Buch „Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war“ mit dem folgenden Wortlaut begründet:
„In einer Collagetechnik beschreibt Anja Tuckermann die Zeitspanne des Sinto Mano zwischen der Trennung von seinen Geschwistern am Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Wiederfinden seiner Familie nach Jahren in Frankreich. Mit facettenreichen Bildern und Perspektivwechseln wird Manos Gefühlswelt, gerade auch in seinen inneren Monologen, direkt für den Leser nachvollziehbar. Die Autorin schildert das Schicksal des verlorenen Kindes, das nach den traumatisierenden Erlebnissen im KZ nicht mehr zu unterscheiden vermag zwischen Gut und Böse, das aus seiner, die physische Existenz sichernden Rolle ohne Hilfe nicht mehr herausfindet und dennoch verlernt hat Hilfe anzunehmen. Die Perspektive eines Sinto als Protagonisten, noch dazu eines in eine neue, befremdliche Heimat geworfenen Kindes, ist eine bislang nicht bearbeitete Thematik im Jugendbuch. Sie und der außergewöhnliche, sich auf unterschiedlichen Erzählebenen souverän bewegende Stil unterstreichen die große Dichte und Eindringlichkeit des Preisbuches 2009.“
Der Hanser Verlag
Das erste Hanser Kinderprogramm erschien mit zehn Titeln im Herbst 1993. Seitdem ist es stetig gewachsen und versammelt Bilderbücher, Romane und Erzählungen für Kinder und Jugendliche sowie Kinder- und Jugendsachbücher von hoher literarischer und künstlerischer Qualität. Von Beginn an war es der Anspruch des Hanser Kinderbuchs, dem Erwachsenenbuch im Hause auf Augenhöhe zu begegnen. Auch deshalb waren und sind viele Hanser Kinderbücher „Grenzgänger“ – Bücher für Kinder und Erwachsene.
Jostein Gaarders Sofies Welt ist vielleicht das bekannteste Buch dieses Typs überhaupt. Es stand im Startprogramm von 1993. Autorinnen und Autoren wie Rafik Schami, Joyce Carol Oates, David Grossman, Friedrich Ani, Amelie Fried, Rudolf Herfurtner, Franz Hoh-ler, Jutta Richter, Per Olov Enquist, Bart Moeyaert oder Hans Magnus Enzensberger set-zen diese Tradition auf ihre je eigene Weise fort.
Prägend für das Erscheinungsbild der Hanser Kinderbücher waren und sind Illustratorin-nen und Illustratoren, die unbestritten zu den Großen ihres Faches zählen. Rotraut Su-sanne Berner, Quint Buchholz, Wolf Erlbruch, Helme Heine, Ole Könnecke, Reinhard Michl, Peter Schössow, Peter Sis, Hans Traxler und Henrike Wilson seien hier stellvertre-tend genannt.
Zehn Mal haben Hanser Kinder- und Jugendbücher bis heute den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten, zuerst Sofies Welt, zuletzt Gehört das so??! von Peter Schössow und Denk nicht, wir bleiben hier von Anja Tuckermann. Auch mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis wurden mehrfach Hanser Kinderbücher ausgezeichnet, ebenso mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis und dem Luchs von Radio Bremen und der ZEIT. Den Jahresluchs 2009 erhielt Sally Nicholls für ihren Jugendroman Wie man unsterblich wird.
Ausführlichere Informationen unter: www.hanser-literaturverlage.de
