Menü und Suche

Ricarda Huch Poetik Dozentur

Ricarda Huch gilt als Braunschweigs große Stimme, welche humanistische Tradition und Geschichtsschreibung in die literarische Moderne überführte. Gleichzeitig hat sie als Frau im öffentlichen Leben und in der kulturellen Praxis ihrer Zeit weibliche (und männliche) Identitäten in Frage gestellt: Dies war für die Kooperationspartner TU Braunschweig und Stadt Braunschweig Grund genug, 2015 im Namen der berühmtesten Frau der Stadt eine Poetikdozentur für Frauen und Gender ins Leben zu rufen.

Die literarisch-kulturwissenschaftliche Reihe, die sich der Genderthematik - also der Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und sozialen Geschlechtsmerkmalen - in der Gegenwartsliteratur widmet, wurde vom Dezernat für Wissenschaft und Kultur der Stadt Braunschweig in Kooperation mit der Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften der Technischen Universität Carolo Wilhelmina, Braunschweig, dem Braunschweiger Zentrum für Gender Studies (BZG) und dem Institut für Regionalgeschichte eingerichtet. Die Namensgeberin Ricarda Huch, prominente Braunschweigerin mit ungewöhnlicher Biographie, die ein faszinierend vielfältiges Werk geschaffen hat, steht beispielhaft für die einzigartige Verknüpfung von Weiblichkeit, Gender und Literatur.

1. Ricarda Huch Poetik Dozentur 2015

KRISTINA MAIDT-ZINKE, in Bremen geboren, studierte Germanistik, Anglistik und Skandinavistik und arbeitet seither als freie Kulturjournalistin, Kritikerin, Autorin und Übersetzerin. Nach Aufenthalten in Finnland und Italien war sie von 1996 bis 2001 vorwiegend für die Frankfurter Allgemeine Zeitung als Literaturkritikerin tätig, danach wurde sie feste Feuilleton-Autorin der Süddeutschen Zeitung und Buchrezensentin für DIE ZEIT. Von 2008 bis 2010 war sie Mitglied der Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse, der sie ab 2016 wieder für drei Jahre angehören wird. 2015 wirkt sie zum vierten Mal in der Jury des Braunschweiger Wilhelm Raabe-Literaturpreises mit. Sie gehört außerdem der Jury des Deutschen Übersetzerfonds an und moderiert seit 2011 das „Lyrische Quartett“ in der Münchner Stiftung Lyrik Kabinett. Im S. Fischer Verlag hat sie zwei Bände mit Texten aus dem Nachlass von Robert Gernhardt herausgegeben. Kristina Maidt-Zinke lebt zur Zeit in München und Venedig.

2. Ricarda Huch Poetik Dozentur 2016

Annette Pehnt (© Peter von Felbert )
Annette Pehnt
(© Peter von Felbert )

ANNETTE PEHNT, geboren 1967 in Köln, lebt mit ihrer Familie in Freiburg i.Br. Nach einem Jahr Freiwilligenarbeit in Belfast verbrachte sie mehrere Jahre in Irland, Schottland und den USA. Nach einem Studium der Anglistik, Keltologie und Germanistik in Köln, Galway, Berkeley/California und Freiburg promovierte sie über irische Literatur. Freie Mitarbeit bei der FAZ und der Badischen Zeitung, Schreibwerkstätten, Lehraufträge. Seit 2007 Dozentur an der PH Freiburg. Preise u. a.: 2001 Förderpreis zum Künstlerinnenpreis Nordrhein-Westfalen, 2001 Mara-Cassens-Preis, 2002 Preis der Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, 2004 großes Stipendium des Darmstädter Literaturfonds, 2008 Thaddäus-Troll-Preis, 2009 Italo-Svevo-Preis. 2012 Solothurner Literaturpreis, 2012 Hermann-Hesse-Preis.

Werke u. a.: Ich muß los (Roman, München 2001), Herr Jakobi und die Dinge des Lebens (Roman, München 2005), Rabea und Marili (Kinderbuch, Hamburg 2006), Mobbing (Roman, München 2007), Annika und die geheimnisvollen Freunde (Kinderbuch, Hamburg 2007). Hier kommt Michelle (Campusroman, Freiburg 2010), Lexikon der Angst (München 2013), Der Bärbeiß (Kinderbuch, München 2013).

3. Ricarda Huch Poetik Dozentur 2017

Marica Bodrožić (© Peter von Felbert)
Marica Bodrožić
(© Peter von Felbert)

Marica Bodrožić, geboren 1973 in Dalmatien (Kroatien), lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays und unterrichtet regelmäßig an Schulen und Universitäten.

Zentrales Thema ihres bisherigen Romanwerks, wofür Marica Bodrožić in Braunschweig den Preis der Ricarda Huch Poetikdozentur für Gender in der literarischen Welt 2017 erhält, sind die Jugoslawienkriege der 1990er Jahre, angefangen bei ihrem Erzähldebut „Tito ist tot“ (2002) über den Roman „Der Spieler der inneren Stunde“ (2004) bishin zu ihren jüngsten Büchern „Das Gedächtnis der Libellen“ (2009), „Kirschholz und alte Gefühle“ (2012) und „Mein weißer Frieden“ (2014).

Marica Bodrožić zählt zu den wichtigsten Erzählerinnen ihrer Generation auf Deutsch. Sie erhielt u. a. den Preis der LiteraTour Nord, den Literaturpreis der Europäischen Union, den Literaturpreis der Adenauer-Stiftung, den Kulturpreis Deutsche Sprache. Ihre Wiesbadener Poetikvorlesungen von 2014 erschienen 2015 unter dem Titel „Das Auge hinter dem Auge“ und beschäftigten sich bereits mit Protagonistinnen weiblichen Schreibens wie Marguerite Duras, Christine Lavant oder Nathalie Sarraute.

Mehr: www.marica-bodrozic.de