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Ausstellungen

Walter Zurborg

Walter Zurborg, Value Pattern, 2012, Physical Computing Platform, Holz, Mais, Motor, Schwingteller, Alurohre, Ausstellungsansicht Kunstverein Braunschweig, Courtesy der Künstler, Foto: Jan Benz

Der Bildhauer und Klangkünstler Walter Zurborg (geb. 1980 in Vechta, lebt in Goldenstedt) schafft mit einfachen Mitteln technisch komplexe und mitunter humorvolle Werke. Dabei bedient er sich Techniken und Verfahrensweisen der Kinetik, der Arte Povera und des Fluxus. Ab dem 8. Dezember 2012 sind neue Arbeiten in der Remise des Kunstvereins Braunschweig in einer Einzelausstellung zu sehen.

Zurborgs mechanisch-bewegliche Konstruktionen und Klanginstallationen bestehen meist aus diversen Fundstücken und Gebrauchsgegenständen, die er mit tüftlerischer Handfertigkeit zum Leben erweckt, ohne ihre „Gemachtheit“ zu verstecken. Im Gegenteil: Seine Maschinen fordern den Betrachter dazu auf, die Fiktion vor dem Hintergrund ihrer technischen Funktionsweise zu verstehen, sie in Betrieb zu setzen, mit ihnen in Interaktion zu treten oder sich zwischen und in den Klangräumen zu bewegen. Ein bekanntes Beispiel ist Zurborgs Rabenscheuche (2011), bei der chaotische Rechenoperationen eines Computers Motoren antreiben, um sechs Maschinen in Bewegung und ihre Schlaghölzer arrhythmisch zum Klingen zu
bringen.

Die Dramaturgie von Energie, Bewegung und Klang ist ein zentraler Aspekt in Walter Zurborgs Werken, so auch in seinen neuen Arbeiten, die er speziell für die Ausstellung in der Remise des Kunstverein Braunschweig entwickelte: In der raumgreifenden Installation Value Pattern (2012) werden per Zufallssteuerung und bei Betreten des Raumes jeweils wenige Körner des insgesamt 100 kg umfassenden Mais-Vorrats durch einen großen Trichter in einen zweiten Trichter befördert. Ein motorbetriebener Schwingteller schleudert die Maiskörner dann mit hoher Geschwindigkeit durch den Raum – ab und an treffen sie auf paarweise von der Decke herabhängende Alurohre.

Aus Energie wird Bewegung und schließlich – für den Betrachter sichtbar – Klang. Dieses zunächst harmlos wirkende Spiel mit Zufall und Geschwindigkeit verweist jedoch auch unweigerlich auf unseren Umgang mit Ressourcen und auf die Grenzen und Verantwortung von Wissenschaft und Technik. Im kleinen Raum der Remise ist zudem eine neue Klangskulptur
mit dem Titel Wheelie (2012) zu sehen, die Walter Zurborg in Zusammenarbeit mit Tamaki Watanabe entwickelt hat.

Walter Zurborg studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig Klangkunst und Bildhauerei und kann bereits auf eine Reihe bedeutender Ausstellungen und Auszeichnungen verweisen. So nahm er unter anderem an Gruppenausstellungen im Marta Herford, im Kunstverein Hannover, im Kunstmuseum Celle und im Schloss Gottorf teil. Zuletzt wurde er mit dem Förderpreis für Skulptur der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg ausgezeichnet und erhielt neben dem Jahresstipendium des Landes Niedersachsen zusammen mit Tamaki Watanabe auch das Bildhauerstipendium der Gemeinde Stuhr.

Termine und Informationen

Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit (08.12.2012 - 10.02.2013)



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