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Ausstellungen

Wechselausstellung "Frauen in der Politik: Äbtissin Therese Natalie"

Äbtissin Therese Natalie

Zwei nahezu identische Porträts führen auf die Spurensuche: nach einer Braunschweigischen Prinzessin, die im 18. Jahrhundert das hohe Amt der Äbtissin von Gandersheim innehatte, und nach den politischen Beziehungen des Braunschweiger Hofes und des Reichsstifts Gandersheim.

Therese Natalie (1728-1778), eine Schwester von Herzog Carl I. zu Braunschweig-Wolfenbüttel, wurde mit 22 Jahren zur Gandersheimer Äbtissin ausersehen. Sie trat zunächst als Kanonisse in das Stift ein und wurde dann 1767, nach dem Tod ihrer Vorgängerin, feierlich als Äbtissin eingesetzt.

Mit diesem Amt waren durchaus auch staatssouveräne Pflichten verbunden. Als reichsunmittelbares Stift war Gandersheim allein dem Schutz von König und Papst und keinem anderen Territorialfürsten unterstellt. Es verfügte über eine Stimme im Reichstag und verfolgte seine landesherrlichen Belange gegenüber der Stadt Gandersheim und den stiftsabhängigen Klöstern und Pfarreien.

Dementsprechend bestrebt waren die Braunschweiger Welfen, das Äbtissinnenamt mit Familienmitgliedern zu besetzen und so indirekt ihren Einfluss in der Region zu erweitern - und dementsprechend mühsam gestaltete sich das Ringen des Stiftes um seine Selbstständigkeit.

Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Portal zur Geschichte e.V. in Bad Gandersheim entwickelt wurde, wirft ein Schlaglicht auf die Person und das Umfeld Therese Natalies, deren Rolle weiterhin Fragen für die Forschung aufwirft.

Im Mittelpunkt der Schau stehen zwei Porträts Therese Natalies, die als Leihgaben aus Privatbesitz zur Verfügung gestellt wurden. Offizielle Dokumente aus ihrer Amtszeit sowie Einrichtungs- und Alltagsgegenstände aus dem Stift ergänzen das Bild; sie stammen aus den Sammlungen des Herzog Anton Ulrich-Museums, der Stadt Bad Gandersheim und des Staatsarchivs Wolfenbüttel. Eine Lutherbibel aus dem Besitz der Stiftskirchengemeinde Bad Gandersheim und ein Buch mit dem Exlibris Therese Natalies aus der Landesbibliothek Coburg dokumentieren ihr Engagement für die Erweiterung der Stiftsbibliothek.

Termine und Informationen

Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit (24.01.2013 - 12.05.2013)



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