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Ausstellungen

Gunther Grabe - "neulich in..."

Gunther Grabe aus der Serie Wandertag, variable Arbeiten als Wandgestaltung

Gunther Grabe zeigt in seiner Ausstellung „neulich in …“ im Kunsthaus BBK vorwiegend Malerei und Zeichnung. Zwei klassische Gattungen der bildenden Kunst – wenn nicht gar die klassischen Gattungen der bildenden Kunst. Denn frühe Zeugnisse dieser künstlerischen Ausdrucksform finden sich bereits als Höhlenmalereien aus der Zeit von vor 35.000 bis 10.000 Jahren. Kaum ein anderes Medium ermöglicht den Künstlern, mittels überschaubarer Ausrüstung, eine direktere Ausführung. Nicht nur das Motiv kann in seinen Formen unmittelbar angelegt werden; auch ist in Malerei und Zeichnung der charakteristische Duktus des Künstlers immer erkennbar.

Der Titel „neulich in …“ mutet zunächst ungewöhnlich an. Warum wählt der Künstler für seine Ausstellung diese offenen Worte? Man selbst kennt es nur zu gut, dass dem besten Freund, der Ehefrau oder dem Nachbarn besonders bewegende Erlebnisse an einem bestimmten Ort mit einem lockenden „neulich in ...“ nähergebracht werden. Und auch diverse Medien bedienen sich dieses kleinen Kunstgriffes, um auf etwas nicht allzu Vergangenes hinzuweisen.

Gunther Grabe nimmt uns in seiner Serie „neulich in …“ mit auf die Reise zu großen Ikonen der Kunstgeschichte. Mit malerischem Witz schildert er seine imaginären Treffen mit Albrecht Dürer im Wald, mit Édouard Manet in der Küche und am Schuhschrank mit Vincent van Gogh. Selbstverständlich alle erst neulich. Dürer trifft man auf einen ungezwungenen Kollegenplausch natürlich im Wald – wo sonst hätte er ein Modell für seinen berühmten Feldhasen finden sollen? In Manets Werken spielen gesunde Speisen nicht unbedingt die Hauptrolle.

Dennoch treibt den Künstler die lustvolle Inszenierung lukullischer Genüsse immer wieder um (nackte Damen mit prall gefüllten Picknickkörben im Park, saftige Zitronen in trauter Zweisamkeit mit einem halben Lachs und gedankenverlorene Jünglinge beim Schälen von Birnen). Vincent van Gogh, bedeutender Vertreter des Post-Impressionismus, war zu Lebzeiten sehr umtriebig und suchte sein Glück auf vielfältige Weise.

Er liebte die Natur und wanderte gern, er versuchte sich ebenso als Kunsthändler wie als Pfarrer. Ein Mann mit zahlreichen Facetten, der für jede Lebenslage das passende Paar Schuhe im Schrank stehen hat.

Es ist ein reizvoller Gedanke, in den Kosmos bedeutender Künstler anhand banaler Alltagsgegenstände eintauchen zu können. Diese Lust an der Imagination bannt Grabe mit einer mitreißenden Leichtigkeit auf den Malgrund. Das Triviale bekommt einen Platz in der Kunstwelt und wird durch Gunther Grabes freundlichen Witz zum Hauptakteur seiner Bilder. Und dem Betrachter eröffnen sich völlig neue Sichtweisen auf die (Kunst)Geschichte.

Termine und Informationen

Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit (22.04.2016 - 29.05.2016)



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