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Clara Schumanns Konzerte in Braunschweig

Kabinettausstellung des Städtischen Museums Braunschweig

Jugendporträt von Clara Wieck, 1835, Lithographie von Julius Giere
Jugendporträt von Clara Wieck, 1835, Lithographie von Julius Giere

Das Festival „Tastentaumel“ bietet für das Städtische Museum einen willkommenen Anlass, den Flügel aus Clara Schumanns Besitz, der sich als Schenkung der Firma Grotrian-Steinweg im Museum befindet, als Ausgangspunkt für eine Kabinettausstellung über Clara Schumanns Braunschweiger Aufenthalte zu nehmen.

Erstmals werden die acht Konzerte, die die berühmteste Pianistin des 19. Jahrhunderts in Braunschweig gab, dokumentiert. Die vielfältigen Beziehungen beider Schumanns, vor allem aber die Konzerte Clara Wieck-Schumanns in Braunschweig werden anhand von Porträts, Konzertzetteln, eigenhändigen Briefen, Tagebucheintragungen, Notenmanuskripten und -ausgaben sowie Gegenständen aus dem persönlichen Besitz der Künstlerin veranschaulicht. Diese umfassende Dokumentation war nur möglich dank der Großzügigkeit verschiedener Leihgeber, insbesondere des Robert-Schumann-Hauses Zwickau. Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm mit Konzerten, einem Vortrag, Filmabenden und einer Sonderführung durch die Pianofortefabrik Grotrian-Steinweg in Braunschweig veranstaltet.

1834/35 führte eine fünfmonatige Konzertreise Clara und ihren Vater Friedrich Wieck durch verschiedene Städte Norddeutschlands bis nach Hamburg und Bremen, bevor sie im April 1835 nach Leipzig zurückkehrten. Im Dezember 1834 und Januar 1835 hielten sich Clara und Friedrich Wieck vier Wochen in Braunschweig auf. Die 15jährige Virtuosin Clara Wieck stellte sich im Januar 1835 in drei Konzerten dem Braunschweiger Publikum vor, konzertierte aber auch in privaten Kreisen und kam mit bedeutenden Braunschweiger (Musiker-)Persönlichkeiten wie Konrad Friedrich und Robert Griepenkerl, Albert Methfessel und seiner Frau Emilie, einer Sängerin am Hoftheater, sowie Kapellmeister Gottlob Wiedebein zusammen.

Im dritten und letzten Konzert spielte sie das Finale aus ihrem Klavierkonzert in a-Moll op. 7, das sie Louis Spohr widmete, der 1831 der 12jährigen Clara Wieck ein lobendes Zeugnis ausgestellt hatte, als sie ihm bei einem Halt auf einer ausgedehnten Konzertreise in Kassel vorspielte. Auf einer in Hannover 1835 angefertigten Lithographie der am Klavier sitzenden jungen Virtuosin ist das Finale des Klavierkonzerts zu sehen, das die Braunschweiger am 15. Januar 1835 hören konnten. Das Porträt von Julius Giere und die Erstausgabe des Klavierauszugs von Claras op. 7 mit der gedruckten Widmung an Spohr sind in der Ausstellung zu sehen.

1842 hielt sich Clara Schumann auf der Durchreise gemeinsam mit ihrem Mann Robert – dessen 150. Todestag sich 2006 jährt – in Braunschweig auf. Beide besuchten Vater und Sohn Griepenkerl – wie Robert Schumanns Tagebucheintrag und der Brief von Friedrich Konrad Griepenkerl an seine Tochter Bertha dokumentieren. Immerhin ein Werk Robert Schumanns erschien in einem Braunschweiger Verlag: Henry Litolff gab die Ouverture zu Shakespeares „Julius Cäsar“ op. 128 heraus.

Spätere Konzerte gab Clara Schumann in Braunschweig dann vor allem in den 1860er Jahren, bei denen sie mehrmals zusammen mit dem berühmten Geiger Joseph Joachim und seiner Frau Amalie, einer hervorragenden Sängerin, auftrat. Das Ehepaar Joachim lebte und wirkte in Hannover und kam öfter zu Konzerten nach Braunschweig.

1876 führte Clara Schumann gemeinsam mit der herzoglichen Hofkapelle unter Leitung von Hofkapellmeister Franz Abt Robert Schumanns Klavierkonzert auf. Abt hatte Clara Schumann bereits 1854 für ein Konzert gewinnen wollen, das jedoch nicht zustande gekommen war. Wie auf dem Programmzettel von 1876 vermerkt ist, spielte Clara Schumann auf einem Flügel der Firma Grotrian Helfferich Schulz/Th. Steinweg Nachf. – die Klavierbaufirma, die sie in ihren späten Jahren bevorzugte. Die Firma hatte der Pianistin bereits 1871 einen großen Konzertflügel zum Geschenk gemacht, der sich heute in Brüssel befindet. 1879 erwarb Clara Schumann den kleineren Flügel, der sich heute im Bestand des Städtischen Museums befindet, vermittelte aber auch Instrumente der Firma Grotrian-Steinweg an Freunde und Bekannte.

Anläßlich der Eröffnung der Kabinettausstellung am 12.03.2006 findet ein Klavier-Rezital auf dem historischen Grotrian-Steinweg-Flügel aus Clara Schumanns Besitz statt. Der belgische Pianist Prof. Jozef De Beenhouwer aus Antwerpen, der die erste Gesamtaufnahme sämtlicher Klavierwerke Clara Wieck-Schumanns auf 3 CDs eingespielt hat, wird Werke von Clara und Robert Schumann zu Gehör bringen, darunter Clara Schumanns Variationen über ein Thema von Robert Schumann op. 20 und ihre Drei Romanzen op. 21 sowie Robert Schumanns C-Dur-Fantasie und seine Romanze in Fis-Dur op. 28 Nr. 2.

Im Begleitprogramm zur Kabinettausstellungen finden außerdem statt: ein Vortrag der Freiburger Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Janina Klassen zu Clara Schumanns Konzerttourneen und -programmen (19.03.), die Rekonstruktion eines historischen Clara-Schumann-Konzertes vom 26. 1. 1860 in Braunschweig mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hannover (24.03.), 2 Filmabende (07./08.04.), eine Führung durch die Pianofortefabrik Grotrian-Steinweg (25.04.) und ein Liederabend zu Clara Schumanns 110. Todestag (20.05.).

Zu den Konzerten am 12. und 24. 3. sowie 20. 5. 2006 wird Eintritt erhoben. Die Karten sind für 10 Euro/8 Euro ermäßigt an der Museumskasse zu erwerben. Die Vorführung des Films „Träumerei“ (1944, mit Hilde Krahl und Mathias Wieman) kostet ebenfalls 3 Euro bzw. 2,50 Euro erm. Eintritt.

Städtisches Museum Braunschweig
Am Löwenwall
38100 Braunschweig
Telefon (0531) 470 4505

Öffnungszeiten: Di–So 10.00 – 17.00 Uhr

Eintritt frei

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Impressum

Stadt Braunschweig
Platz der Deutschen Einheit 1
38100 Braunschweig
Telefon: +49 5 31 4 70-1
E-Mail: stadt@braunschweig.de
Umsatzsteuer-ID: DE 114878770

Die Stadt Braunschweig ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts.
Sie wird vertreten durch den Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann.

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