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„Künstlerwelten – Die Sammlung Bönsch in Braunschweig“

Erstmals eine Präsentation mit Meisterwerken der Klassischen Moderne

Friedemann Hahn, Marlene Dietrich und Adolphe Menjou in "Morocco", 1979 (copyright Friedemann Hahn)
Friedemann Hahn, Marlene Dietrich und Adolphe Menjou in "Morocco", 1979
(copyright Friedemann Hahn)

Die Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch wird erstmals im Städtischen Museum Braunschweig der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter dem Titel „Künstlerwelten – Die Sammlung Bönsch in Braunschweig“ (31.08.-03.12.2006) wird ein Querschnitt durch die vielfältige Sammlung geboten. Knapp 70 Graphiken, Gemälde, Skulpturen vom frühen 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts werden gezeigt.

Den Auftakt bilden Selbstbildnisse von Max Slevogt, die Einblick in die Reflexion des Künstlers über sein eigenes Schaffen bieten. Adolf von Menzels Zyklus „Künstlers Erdenwallen“ thematisiert das Klischee des verkannten Künstlers, der erst nach dem Tode zu Ruhm gelangt.

Vom Künstlertraum geht es über zu den Traumbildern: Gegenwartsbezogene Phantasien wie etwa Francisco de Goyas Serie der „Caprichos“ oder Zukunftsvisionen wie sie in den Radierzyklen Max Klingers deutlich werden.

Ein weiterer Aspekt ist das Verhältnis von Musik zur bildenden Kunst. Prachtvoll bildet Max Slevogts „Damenbildnis mit Violine“ den Auftakt. Vom selben Künstler stammen die Lithographien mit Bühnenentwürfen zur Aufführung von Mozarts „Don Giovanni“ in Dresden 1924: Ein kleiner Beitrag zum Mozartjahr 2006 und der Aufführung der Oper auf dem Braunschweiger Burgplatz.

Max Klinger, Eva und die Zukunft, 1880
Max Klinger, Eva und die Zukunft, 1880

Ein anderes Verhältnis zur Musik offenbaren die Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec. Er wirft in seinen Lithographien den Blick auf die Pariser Halbwelt des Varietés. Vor allem seine Plakate gelten heute als wegweisend für die moderne Kunst.

Mit Werken Max Liebermanns wird das Spannungsverhältnis zwischen den Gesellschaftsschichten spürbar. Das Porträt der Lola Leder zeigt die Gattin des Textilgroßhändlers David Leder als typische Vertreterin des Berliner Großbürgertums. Dem stehen die Szenen der holländischen Netzflickerinnen gegenüber.

In den Graphiken und Skulpturen von Käthe Kollwitz und Ernst Barlach werden die gesellschaftlichen Probleme des frühen 20. Jahrhunderts thematisiert. Im Zentrum steht die Existenznot von Menschen. Arbeiteraufstände, Hunger und Krieg werden dargestellt, aber ebenso die innige Zuneigung von Mutter und Kind oder Liebespaare.

Arbeiten von Ludwig Meidner und dem späten Oskar Kokoschka leiten zum Werk Friedemann Hahns über. In seinem Triptychon „Marlene Dietrich und Adolphe Menjou in Morocco“ setzt er sich mit den Filmstars Hollywoods auseinander.

Die Ausstellung gibt Einblick in die unterschiedlichen Welten künstlerischen Schaffens und bietet für Braunschweig zudem erstmals eine Präsentation mit Meisterwerken der Klassischen Moderne.

Nach dem Umzug der Stadtbibliothek im Frühjahr 2007 in den Neubau des Braunschweiger Residenzschlosses, wird die Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch in der umgebauten Stadtbibliothek neben dem Städtischen Museum ihr dauerhaftes Domizil finden. Zwischen beiden Gebäuden wird ein Übergang für eine direkte Anbindung sorgen.

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