Kunsthandwerkliche Arbeiten aus Braunschweig nehmen heute einen besonderen Platz in den internationalen Sammlungen ein: Die Qualität des Kunsthandwerks erklärt sich hierbei aus der lang andauernden Bedeutung Braunschweigs als Handels-, Hanse-, Messe- und Residenzstadt.
Das Städtische Museum Braunschweig weist umfangreiche Sammlungen zur Braunschweiger Möbelkunst vom ausgehenden Mittelalter bis zum Biedermeier auf. Kennzeichen des Braunschweiger Möbels des 18. Jahrhunderts sind dabei vor allem die feinen, kostbaren Elfenbeineinlagen und das ausgesuchte Nussbaumfurnier. Eine Besonderheit Braunschweigs sind die Tische der Manufaktur van Selow, deren Tischblätter mit einem farbenprächtigen Glasperlenmosaik versehen wurden.
Zwischen den Braunschweiger Fayence-
manufakturen und der Porzellanmanufaktur in Fürstenberg bestanden im 18. Jahrhundert starke künstlerische Bezüge, die sich anhand der umfangreichen Sammlungen im Städtischen Museum Braunschweig deutlich nachvollziehen lassen.
1763 gründete Johann Heinrich Stobwasser in Braunschweig eine Lackwarenmanufaktur, die mit ihrer Filiale in Berlin bis weit über die Mitte des 19. Jahrhunderts tätig war. Neben Tabletts, Möbeln, Leuchtern, Lampen und anderen Luxusgegen- ständen für den täglichen Bedarf entstanden hier vor allem Schnupftabaksdosen. Mit einem schwarzen Lack überzogen, wurden die Dosen in feinster Malerei mit Landschaftsdarstellungen, Porträts, erotischen Motiven, mythologischen Szenen und Stadtveduten bemalt. Das Städtische Museum Braunschweig verfügt über die größte öffentliche Sammlung von Lackwaren der Manufaktur Stobwasser, die als eine der bedeutendsten deutschen Lackmanufakturen gelten darf.


