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Architektur und Geschichte


Auf Initiative des Bürgertums wurde 1861 das Städtische Museum Braunschweig nach Vorbild des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg gegründet. Grundstock für die Gemäldesammlung bildet die Sammlung des 1832 gegründeten Braunschweiger Kunstvereins. Zunächst waren die Sammlungen im Neustadtrathaus, dann im Stadthaus an der Kleinen Burg untergebracht.

Blick in die Gemäldegalarie, 1908

Doch angesichts der rasch anwachsenden Sammlungen zeigte sich bald die Notwendigkeit auf, einen Neubau zu errichten. Es erwies sich als besonders glücklicher Umstand, dass der Braunschweiger Weltreisende Carl Götting 1899 nicht allein seine hervorragenden ethnographischen Sammlungen dem Museum vermachte, sondern auch umfangreiche finanzielle Mittel, die einen Neubau ermöglichten.

 Der Architekt Max Osterloh realisierte den Bau 1906 in der damals modernen Formensprache des Jugendstils am Löwenwall. Im Mittelpunkt steht dabei der Lichthof, umgeben von einem Ausstellungs- rundgang auf vier Etagen. Gekennzeichnet ist der Bau durch Rundbögen sowie großzügige, lichtdurchflutete Raumfluchten.

Max Osterloh - Baumeister, Architekt und Stadtbaurat

Max Osterloh (1851-1927) war nach Ablegung des Baumeisterexamens 1874 in die Dienste der Stadt Braunschweig eingetreten. 1879 wurde er zum Stellvertreter von Stadtbaumeister Ludwig Winter ernannt.

Als Architekt in städtischen Diensten wurde er mit Kirchenrestaurierungen betraut, errichtete aber auch diverse Schulen und andere städtische Funktionsbauten wie das Krankenhaus Holwedestraße, den Schlachthof, die Markthalle am Hagenmarkt oder den Wasserturm am Giersberg. Einen besonderen Stellenwert hatte das von ihm entworfene kulturelle Zentrum am Löwenwall mit Städtischem Museum, Stadtbibliothek/Stadtarchiv, Gaußschule und Handwerkerschule (1906 – 1910). Die Planung der Geschäftsbauten Witting und Langerfeldt führte er als Privatauftrag aus.

1915 wurde er in Nachfolge Ludwig Winters zum Stadtbaurat ernannt. In den Ruhestand trat er erst 1924, im Alter von 72 Jahren.

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