Wie in anderen Regionen setzte im 19. Jahrhundert im Braunschweigischen eine Landflucht ein. Im ländlichen Bereich änderten sich die Lebens- und Wohnformen, gingen alte Techniken verloren und wurden die typischen Trachten und Schmuckgegenstände zu Gunsten städtischer Kleidung aufgegeben.
Rechtzeitig noch konnten einige Zeugnisse der ehemaligen Lebensformen gesammelt und im Museum bewahrt werden. Hausmodelle zeigen das Niederdeutsche Hallenhaus, und Gerätschaften aus Haushalt und Landwirtschaft geben Einblick in das tägliche Leben. Zu den typischen Elementen der Tracht im Braunschweigischen Raum gehören der rote Faltenrock, außerdem die „Freese“, wobei es sich um einen gefälteten Kragen handelt, die Brokathaube oder der „Eidop“, die kleine Mütze mit den langen schwarzen Seidenbändern, sowie das bunt bestickte Schultertuch. Die „Krallen“, die Halsketten aus riesigen Bernsteinkugeln, oder der filigrane silberne „Bohnenschmuck“ vervollständigten das Bild.

