50 Jahre keramische Arbeiten von Dorothea Chabert
Die Ausstellung „Objects Born Not Made. 50 Jahre keramische Arbeiten von Dorothea Chabert“ im Städtischen Museum Braunschweig zeigt vom 10. Mai bis 15. August neben 150 keramischen Arbeiten auch Skizzen der Künstlerin Dorothea Chabert. Sie ist zugleich die erste Station der als Wanderausstellung konzipierten Schau. Danach wird sie noch in Fürstenberg und Wolfsburg zu sehen sein. Die Keramiken reichen dabei vom Gesellenstück bis zu den aktuellsten Arbeiten und gewähren so einen Einblick in den 50jährigen Schaffensprozess der Künstlerin.
Dorothea Chabert zählt zu den renommiertesten deutschen Keramikerinnen. Dorothea Chabert ist durch drei entscheidende Entwicklungen geprägt: Zum einen durch ihr Studium bei dem Großmeister der modernen deutschen Keramik, Bontjes van Beek. Weiterhin kam Chabert mit dem berühmten, 1940 von Bernhard Leach verfassten Buch „A Potters Book“ in Berührung, das sie selbst als „ihre Bibel“ bezeichnet und aus dem das Zitat des Ausstellungstitels entnommen ist. Der Keramiker Leach gilt als der Vermittler zwischen westlicher und östlicher Keramik, und Dorothea Chabert versteht ihre Arbeiten durchaus in diese Tradition eingebettet. Diese Verbindung zur östlichen Keramik ist bei der Künstlerin dabei durchaus persönlich begründet: als ihr Sohn 1977 eine Töpferlehre in Japan antrat, kam Dorothea Chabert auf diesem Wege bei mehreren Besuchen intensiv mit der japanischen Keramik in Berührung.
Für Dorothea Chabert steht vor allem die Funktion ihrer Schalen, Vasen, Becher, Kannen oder Flaschen im Vordergrund. Dementsprechend lehnt sie alles „artistische“ ab, ein heute vorherrschender Trend bei Keramikkünstlern, die sie als „Amüsierkeramik“ bezeichnet. In der Ausstellung dokumentieren nicht nur die Keramiken, sondern auch die Entwurfsskizzen, wie Gefäßformen erarbeitet werden, die ihrer Funktion gerecht werden, benutzbar bleiben und am besten auch täglich benutzt werden.
Das zweite wichtige Element der Arbeiten von Dorothea Chabert ist die Glasur: Die Künstlerin verwendet Naturglasuren, die sie selbst auf experimentellem Weg herstellt. Dies bedarf aufwändiger Versuche, die viel Material und Zeit in Anspruch nehmen. Bei jedem Werkstattwechsel, bei jedem neuen Ofen, müssen die Glasurversuche von neuem beginnen, da die Ergebnisse nicht einfach auf eine neue Arbeitssituation übertragen werden können.
Arbeiten von Dorothea Chabert befinden sich in so renommierten Häusern wie der Neuen Sammlung/ Pinakothek der Moderne in München, im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg oder im Keramikmuseum Berlin. In der Braunschweiger Ausstellung werden aber fast ausschließlich Arbeiten aus dem Besitz der Künstlerin oder aus Privatbesitz gezeigt.
