Meisterwerke aus der Sammlung Bönsch
Die Ausstellung "Von Klinger bis Kokoschka – Meisterwerke aus der Sammlung Bönsch" im Galeriegebäude Städtisches Museum und Sammlung Bönsch zeigt eine Auswahl von Meisterwerken, darunter auch einige Neuerwerbungen der Stiftung. Seit 2006 befindet sich die Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch im Städtischen Museum.
Die Kunst der Berliner Secession
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts regten sich in Deutschland die Stimmen gegen die vorherrschende wilhelminische Kunstpolitik, deren bekanntester Vertreter Anton von Werner war. Nachdem es wiederholt zu Ablehnungen von Werken meist jüngerer Künstler bei den jährlichen Ausstellungen der Akademien gekommen war, schlossen sich die "Abgewiesenen" zu eigenen Künstlergruppen zusammen. Die bekannteste dieser Abspaltungen war die 1898 in Berlin gegründete Secession.
Unter der Führung von Walter Leistikow und Max Liebermann, der zum ersten Präsidenten der Vereinigung gewählt wurde, fanden sich zahlreiche Künstler zusammen und stellten seit 1899 in eigenen Ausstellungsräumen aus.
Die Ausstellung beginnt mit Werken von Max Klinger, der in den letzten Jahren als einer der Wegbereiter der Moderne wiederentdeckt wurde. Im Bereich der Skulptur überwand Klinger die Starre der akademischen Bildhauerschulen, wie seine Skulptur der Kassandra zeigt. Insbesondere aber in der Druckgraphik war er für die nachfolgenden Generationen vorbildlich.
Es folgen Werkgruppen der Berliner Sezessionisten Max Liebermann, Lesser Ury, Max Slevogt und Lovis Corinth an. Während Liebermann seine Motive auf den zahlreichen Hollandaufenthalten fand, widmete sich Ury der Darstellungen der Berliner Straßenszenen. Corinths Frauenakt von 1883 verdeutlicht die Bedeutung der Alten Meister für die Moderne. Gemälde und Graphiken von Max Slevogt, Walter Leistikow runden das Spektrum ab.
Die Generation des Deutschen Expressionismus
Bereits 1910 kam es allerdings zum Bruch innerhalb der Secession, als eine Reihe von Werken meist expressionistischer Künstler vor allem der Dresdner Künstlervereinigung Brücke von der Jury zurückgewiesen wurde. Diese gründeten unter der Führung von Hermann Max Pechstein nun die Neue Secession, die zum weiteren Durchbruch des Expressionismus in Deutschland beitrug.
Die Kunst des Expressionismus ist durch Werke u. a. von Christian Rohlfs, Willy Jaeckel, Ernst Barlach, Käthe Kollwitz vertreten. Einerseits behandeln sie Szenen aus dem Alltagsgeschehen, andererseits dienen biblische Stoffe als Vorlage für ihre Neuinterpretationen. Von besonderer Bedeutung ist Pechsteins prachtvoller Holzschnittzyklus "Vater Unser", der in einer vom Künstler kolorierten Fassung vorliegt.
Werke von Ludwig Meidner sowie Oskar Kokoschkas farbenprächtige Spätwerke bilden den Abschluss der Präsentation, die anhand von herausragenden Werken aus der Sammlung Bönsch ein spannendes Kapitel deutscher Kunstgeschichte illustriert.
Bis 15. Februar 2009
Galerie Städtisches Museum und Sammlung Bönsch
