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Von Kaisern, Zigeunern und ‚Lütticher Mädchen’ – Die frühen Erwerbungen des Braunschweiger Kunstvereins

Zum 100-jährigen Jubiläum des Museumsbaus am Löwenwall präsentiert die Ausstellung „Von Kaisern, Zigeunern und ‚Lütticher Mädchen’ – Die frühen Erwerbungen des Braunschweiger Kunstvereins“ zum ersten Mal den Grundstock der Gemäldesammlung des Städtischen Museums aus dem 19. Jahrhundert. Darunter befinden sich zahlreiche Kunstwerke, die seit Jahrzehnten im Depot verschwunden waren und die nun mit Hilfe großzügiger Sponsoren restauriert werden konnten.
Zu verdanken sind diese frühen Erwerbungen dem Braunschweiger Kunstverein, der in den 1840er-Jahren mit dem Aufbau einer eigenen Gemäldegalerie begann. Nachdem sie durch Schenkungen von Braunschweiger Künstlern und Bürgern bereichert worden war, übergab der Kunstverein seine Sammlung 1868 der Stadt, erweiterte sie jedoch auch in den folgenden Jahren. Die treibende Kraft des Kunstvereins war der Privatgelehrte Carl Schiller, auf dessen Engagement auch die Gründung des Städtischen Museums 1861 zurückgeht. Er sorgte dafür, dass ab 1854 die ersten Gemäldeankäufe in einer ständigen Ausstellung im Altstadtrathaus zu sehen waren.

Die ausgestellten 27 Bilder ermöglichen eine Entdeckungsreise in die Themenvielfalt der Malerei in der Zeit zwischen 1830 und 1870. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Landschaften und Genrebildern. Die Auswahl wird erweitert durch ein Blumenstillleben, ein Architektur- und ein Tierstück sowie ein Porträt. Vertreten sind die Düsseldorfer Malerschule mit wichtigen Künstlern wie Carl Friedrich Lessing, Johann Wilhelm Schirmer oder Theodor Hildebrandt, die Münchner Schule mit Carl Spitzweg und Heinrich Heinlein. Hinzu kommen Maler aus Berlin, Hamburg und Braunschweig sowie der Belgier Barthélemy Vieillevoye und einer der bedeutendsten österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts, Ferdinand Georg Waldmüller. Dessen qualitätvolles Kaiser-Franz-Porträt ist die große Überraschung der Ausstellung, denn erst während der Restaurierung wurden Signatur und Datierung des Künstlers entdeckt.
Nicht alle Erwerbungen waren bewusste Ankäufe des Braunschweiger Kunstvereins, sondern dieser erhielt auch Schenkungen von Künstlern oder Vereinsmitgliedern. Aufgrund finanzieller Probleme konnte der Verein kein konsequentes Sammlungskonzept verfolgen, bemühte sich aber um wichtige Werke herausragender zeitgenössischer Maler.

Zu mehreren Bildern werden Vorstudien – Skizzenbücher, Ölstudien und Druckgrafiken – gezeigt. Dank der Leihgaben aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und dem Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig kann der Besucher die Entstehungsgeschichte einiger Gemälde nachvollziehen – beispielsweise bei dem „Kampf mit dem Adler“ des Braunschweiger Malers Adolf Nickol, dessen Nachlass auf Herzog Anton Ulrich- und Städtisches Museum verteilt wurde. Erstmals werden seine Skizzenbücher und Ölstudien, mit denen er sein Gemälde vorbereitete, gemeinsam ausgestellt. Eine Zeichnung von C. F. Lessing aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zeigt die erste Idee des Malers zu seiner Harzlandschaft aus dem Jahr 1844.
Die Bilder erzählen Geschichten von Kaisern, Zigeunern, strickenden Wachsoldaten, Mandolinenspielerinnen und ‚Lütticher Mädchen’; sie zeigen Winter- und Waldlandschaften in Holland, im Harz, in der Eifel, in den Alpen und in der römischen Campagna. Neben Werken berühmter Künstler finden sich auch weniger bekannte Namen, die es (wieder) zu entdecken gilt.
Zur Ausstellung erscheint ein 136-seitiger Katalog, in dem jedes Gemälde farbig abgebildet und erläutert ist. Im Anhang werden auch das erste Gemäldeverzeichnis von Carl Schiller sowie 60 Künstlerbriefe aus dem Archiv des Städtischen Museums erstmals veröffentlicht. Der Ausstellungskatalog erscheint im Hain Verlag Weimar und kostet 12,80 Euro.

Das Begleitprogramm bietet neben Führungen auch Vorträge zur Düsseldorfer Malerschule, zu Harz- und anderen Landschaften von Brandes, Lessing und Schirmer, zu Münchner Malern im Braunschweiger Kunstverein sowie zur Entdeckung des bisher unbekannten Waldmüller-Porträts.


Städtisches Museum Braunschweig
Am Löwenwall
38100 Braunschweig

Öffnungszeiten: Di – So 10 bis 17 Uhr
Eintritt frei

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Impressum

Stadt Braunschweig
Platz der Deutschen Einheit 1
38100 Braunschweig
Telefon: +49 5 31 4 70-1
E-Mail: stadt@braunschweig.de
Umsatzsteuer-ID: DE 114878770

Die Stadt Braunschweig ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts.
Sie wird vertreten durch den Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann.

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