Das Schloss Richmond gilt als hervorragendes Beispiel für die spätbarocke Schlossarchitektur. Die englische Prinzessin Augusta (1737 – 1813), Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, ab 1764 verheiratet mit Herzog Carl Wilhelm Ferdinand, erwarb das Gelände, den sogenannten "Zuckerberg" und ließ 1768 nach Plänen englischer Architekten und Landschaftsarchitekten das Schloss Richmond und den Park gestalten. Die wunderbare Lage oberhalb der Oker erinnerte sie an ihre Heimat Richmond upon Thames in England, daher auch der Namen. Es wurde 1768/69 für die von dem Hofbaumeister Carl Christoph Fleischer realisiert. Der Grundriss des zurückgesetzten zwischen Wolfenbütteler Straße und Oker liegenden Schlosses ist aus einem über Eck gestellten Quadrat entwickelt. Die einzige bauliche Veränderung nahm der Architekt Christian Gottlieb Langwagen, seit 1782 Hof- und Kammerbaumeister, vor (Laterne, Galerie). Von ihm stammen auch die Nebengebäude zu beiden Seiten des Haupteingangs. Gleichzeitig mit dem Schloss Richmond wurde 1768 der Richmond-Park im Stil eines klassischen englischen Landschaftsgartens angelegt.
1935 wurde das Schloss mit dem gesamten Anwesen von der Stadt Braunschweig erworben. Mit dem Kauf war die Bedingung verbunden, dass Schloss niemals baulich zu verändern und den Park nicht zu bebauen. Das nach dem Krieg restaurierte Schloss dient heute repräsentativen Zwecken, wird an gemeinnützige und private Veranstalter vergeben und auch vom Standesamt der Stadt Braunschweig für Trauungen genutzt. In einem der beiden "Kavaliershäuser" ist heute die Friedrich Gerstäcker-Gedächtnisstätte untergebracht. Verschiedene Führungen durch das Schloss werden angeboten.
Private Nutzung repräsentativer städtischer Räumlichkeiten
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Schloss Richmond
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