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Schriftsassenhof

Schriftsassenhof

Illustration des Objektes

Der ehem. Schriftsassenhof liegt zwischen ‚Alter Weg‘, über den einst der mittelalterliche Fernhandelsweg von Leipzig über den Harz durch Stöckheim nach Norden führte, und ‚Leipziger Straße‘, früher ‚Herrschaftlicher Weg‘, der nach der Mitte des 17. Jahrhunderts als schnurgerade Privat-Straße des Herzogs von der Residenz Wolfenbüttel zum ‚Weghaus‘ und weiter nach Braunschweig führte.

Die Anlage entstand kurz nach 1752 durch Umgestaltung und Erweiterung eines älteren Hofes. Erhalten haben sich einige Wirtschaftsgebäude mit Tordurchfahrt (1), zwei Fachwerk-Wohnhäuser von 1651 und 1840 (2,3), das Herrenhaus von 1752-60 (4) sowie an der Leipziger Straße das Tor von 1846 (5) mit flankierenden Sandsteinpfeilern, die Grundstücksmauer in Naturstein und der Rokokopavillon von 1760 (6). Nicht erhalten hat sich der Barockpark. An ihn erinnern noch zwei Teiche (7), deren strenge Form verloren gegangen ist.

Die Schriftsässigkeit verleiht eine Rechtstellung unterhalb der Eintragung in die Rittermatrikel. Durch sie ist ihr Inhaber von allen gutsherrlichen Lasten und Abgaben befreit. Um 1700 erwarb ein Cammerrat Müller die Schriftsässigkeit für seinen an anderer Stelle in Stöckheim gelegenen Hof. Der in einer Urkunde von 1736 genannte neue Besitzer, ein Hofrat Meibom, hatte inzwischen seinen Schriftsassenhof an den heutigen Platz verlegt. Von Meibom erwarb der Bankier Friedrich Ludwig Metzner den Hof 1752; er ist Bauherr der genannten Umgestaltung der Gesamtanlage. Metzner starb 1756. Seine Witwe Catharina Dorothea, geb. Schaffeldt, heiratete 1763 den Commissionsrat und späteren Hofrat Johann Heinrich Lutterloh.

Pläne und Akten zum Bau der Anlage haben sich nicht erhalten. Doch anhand stilistischer Vergleiche lässt sich nachweisen, dass Metzner den Landbaumeister Martin Peltier de Belfort, seit 1744 in Diensten Herzogs Carl I., mit der Neuplanung des Schriftsassenhofes beauftragt hat.

(1) Wirtschaftsgebäude mit Torduchfahrt
(2) Fachwerkwohnhaus von 1651
(3) Fachwerkwohnhaus von 1840
(4) Herrenhaus
(5) Tor mit Sandsteinpfeilern
(6) Rokokopavillon
(7) Teiche

(Bestandteil des Ensembles Stöckheim)

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