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Götz Freiherr v. Seckendorff

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Götz Freiherr v. Seckendorff

geb. 03.10.1889 • gest. 25.08.1914

Das Gebäude Gaußstraße 12 war von 1901 bis 1918 Sitz der Familie des Malers, Zeichners und Bildhauers Götz Freiherr von Seckendorff, Sohn des Bankiers Wilhelm Freiherr von Seckendorff und dessen Frau Therese, geb. Schmidt, die nach dem Tod des Vaters die drei gemeinsamen Kinder allein erzog.

Früh zeigte sich Seckendorffs von den Bildhauern Carl Echtermeier und Eugen Kircheisen und den Malern Prof. Georg Zeidler und Fritz Mackensen gefördertes Talent. Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium Braunschweig, dem heutigen Wilhelm-Gymnasium, besuchte er die Kunstgewerbeschule in München und gehörte seit 1908 zu den ersten Schülern der Pariser Académie Ranson, der Wirkungsstätte namhafter Künstler wie Pierre Bonnard und Aristide Maillol.
 
Von 1909 bis 1911 unternahm Seckendorff Studienreisen durch Europa. Die dabei gewonnenen Eindrücke sowie die intensive Lektüre antiker wie zeitgenössischer Autoren prägten seine Ausdrucksweise und Motivwahl. In seinen Werken setzte er sich u. a. mit Themen aus der Bibel, der Odyssee, orientalischen Märchener-zählungen und weiteren literarischen Werken von Lukian über Shakespeare bis Sternheim auseinander. Höhepunkte seines Schaffens waren Wandgemälde in Profangebäuden und Kirchen sowie Buchillustrationen. Exemplarisch seien das Wandbild „Kreuzigung“ (Kapelle Eberswalde, 1914) und die Gestaltung von Gedichten Paul Claudels genannt.

Götz Freiherr v. Seckendorff war seit 1914 mit der aus England stammenden Alice Winzer verheiratet. Zum Kriegsdienst einberufen, fiel er 1914 in Frankreich.

Von seinem künstlerischen Werk blieb nur ein Bruchteil in Privatbesitz und öffentlichen Sammlungen erhalten, z. B. im Städtischen Museum Braunschweig. Dem Künstler waren mehrere Ausstellungen gewidmet: 1918 (Freie Sezession Berlin), 1919 (Lessingbund Braunschweig; danach u. a. Dresden, Stuttgart u. Hamburg), 1956 (Kunstverein Braunschweig) und 1989 (Städtisches Museum Braunschweig).

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