Charles Brauer las Wilhelm Raabe: Das Odfeld
30. September 2010, Roter Saal, Schlossplatz 1
Charles Brauer las Wilhelm Raabe: Das Odfeld.
Musikalisch begleitet wurde die Lesung von dem Cellisten Oliver Krüger mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Enrico Mainardi und Pablo Casals „Der Gesang der Vögel".
Dem Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig war es gelungen, Charles Brauer mit seiner selbst konzipierten Lesung des Romans „Das Odfeld“ zu gewinnen, einen vielschichtigen, höchst modern anmutenden Text aus dem Spätwerk Wilhelm Raabes. Mit ihm hat Raabe mit beißender Kritik, großer Detailkenntnis und hintergründigem Humor eine eindringliche Anklage gegen den Krieg geschaffen.
Inhalt: Eine Rabenschlacht in der Nähe des Klosters Amelungsborn wird Vorbote einer Schlacht des Siebenjährigen Krieges. Der Lehrer Noah Buchius, der in der ehemaligen Klosterschule zu Amelungsborn seinen Ruhestand verbringt, wird gemeinsam mit vier Schützlingen in die Wirren des Siebenjährigen Krieges verstrickt, der im Jahre 1761 über die Klosteridylle herein bricht.
Veranstaltungen aus Anlass des 100. Todestages Wilhelm Raabes
Charles Brauer, geboren und aufgewachsen in Berlin, spielt beim Film und am Theater seit er elf ist (u.a. Hamburger Schauspielhaus, Münchner Kammerspiele). 1956 engagiert Gustaf Gründgens den 21jährigen an das Hamburger Schauspielhaus. 1976 folgt er Dieter Dorn und Ernst Wendt an die Münchner Kammerspiele. Er bleibt sieben Jahre, danach Gastspiele u.a. Schillertheater Berlin, Staatstheater Stuttgart, Salzburger Festspiele.
Einem Millionenpublikum wird er bekannt als Kommissar Brockmöller in 38 Tatortfolgen des NDR. 2001 Goldene Kamera und Goldene Schallplatte für „Tatort – Die Songs“. 2007 – 2009 Gast am Bochumer Schauspielhaus, u.a. als Big Daddy in „Die Katze auf dem heißen Blechdach“. Charles Brauer ist ein gefragter Synchronsprecher (u.a. Donald Sutherland) und Hörbuchsprecher: Aufnahmen gibt es u.a. von John Grisham, Andre Makine, Tom Wolfe, Jeffrey Lent, Mario Puzo, Paul Auster, Sandor Marai und E.A.Poe.
Oliver Krüger, 1963 in Berlin-Spandau geboren, studierte nach dem Abitur von 1984-1989 Violoncello an der Folkwang-Musikhochschule in Duisburg und schloss mit dem Diplom für Musikschullehrer ab. Zur musikalischen und instrumentalen Weiterbildung besuchte er Kurse, u.a. bei Gerhard Mantel, Rudolf und Konrad Meister, Friedrich-Jürgen Sellheim und Wolfgang Boettcher. Seit 1993 beschäftigt er sich mit historischer Aufführungspraxis. Seit 1985 ist Oliver Krüger als Violoncellolehrer an der Musikschule Porta Westfalica angestellt. Neben seinen pädagogischen Aufgaben wirkt Oliver Krüger immer wieder bei öffentlichen Auftritten mit.
Leseprobe
"Vom Südwesten her über den Solling stieg es schwarz herauf in den düstern Abendhimmel. Nicht ein finsteres Sturmgewölk, sondern ein Krähenschwarm, kreischend, flügelschlagend, ein unzählbares Heer des Gevögels, ein Zug, der nimmer ein Ende zu nehmen schien. Und vom Norden, über den Vogler und den Ith, zog es in gleicher Weise heran in den Lüften, wie in Geschwader geordnet, ein Zug hinter dem andern, denen vom Süden entgegen."
(W. Raabe. Das Odfeld. Kap. 3)
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