Menü und Suche

Informationen zu EHEC

1. Was versteht man unter EHEC?

Escherichia coli (E. coli) sind Bakterien, die den Darm von Mensch und Tier „bewohnen“. Ein Gramm Stuhl bzw. Kot enthält mehrere Millionen dieser Kolibakterien. Die Besiedlung ist normal, für ein gesundes körperliches Gleichgewicht sogar erforderlich.
Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind eine Sonderform der Kolibakterien. Im Gegensatz zu normalen E. coli können sie Giftstoffe produzieren. Diese Giftstoffe, sogenannte Toxine, werden im Darm freigesetzt und können Krankheiten auslösen.
Normalerweise besiedeln EHEC-Bakterien nicht den menschlichen Darm. Ihr natürliches Reservoir sind Rinder und andere Wiederkäuer (z.B. Schafe, Ziegen, Rehe, Hirsche), bei denen EHEC im Darm und damit im Kot vorkommen können, ohne dass die Tiere selbst daran erkranken. Auch bei anderen Tieren wie Schweinen, Katzen, Hunden, Geflügel und wild lebenden Vögeln, wurden die Erreger nachgewiesen. Es besteht die Möglichkeit, dass sie vom Tier bzw. über Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sicher selten, kann aber vorkommen, wenn bei einer Erkrankung mit EHEC nicht ausreichend auf die Hygiene geachtet wird.

2. Wie kann sich der Mensch mit EHEC infizieren?

In der Regel infizieren sich Menschen durch verunreinigtes Wasser oder kontaminierte Lebensmittel, seltener über einen engen Kontakt zu infizierten Menschen und Tieren (Schmierinfektion).
Je nach Erregerstamm ist eine Übertragung mehr oder weniger leicht möglich. Meist reichen schon geringe Keimmengen (z. B. 10 bis 100 Keime bei EHEC O157:H7) für eine Infektion aus.

3. Wie schütze ich mich vor EHEC?

Eine Schutzimpfung gibt es nicht.
Eine therapeutische Behandlung mit Antibiotika ist problematisch. Deshalb sind Maßnahmen zur Vermeidung einer Infektion umso wichtiger. Wer die einfachen, aber wirkungsvollen hygienischen Grundregeln einhält, kann das Risiko einer EHEC-Infektion und anderer Darminfektionen stark reduzieren. Grundregeln der Hände- und Lebensmittelhygiene entnehmen Sie bitte dem Merkblatt des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes und den Verbrauchertipps des Bundesinstituts für Risikobewertung. (siehe Links)

4. Erkrankungen, die durch EHEC-Bakterien ausgelöst werden können?

Infektionen mit EHEC können symptomlos verlaufen, wobei der Erreger trotzdem über 1-3 Wochen, selten über längere Zeit ausgeschieden wird. Im Laufe dieser Zeit können andere Menschen angesteckt werden, wenn nicht auf ausreichende Hygiene geachtet wird. Wenn Symptome auftreten, kommt es meist nach einer Inkubationszeit von 1-8 Tagen zu Übelkeit, Erbrechen und leichten, wässrigen Durchfällen. Bei schwereren Verläufen treten schmerzhafte Bauchkrämpfe und blutiger Durchfall auf, und es kann sich – wenn auch in seltenen Fällen – ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) bis hin zur Nierenschädigung entwickeln.

5. Empfohlenes Vorgehen beim Auftreten von Verdachtssymptomen

a. Liegen anhaltende, wässrige Durchfälle vor, insbesondere in Verbindung mit Bauchkrämpfen, sollte immer der Rat eines Arztes hinzugezogen werden.
b. Ein Alarmsignal ist blutiger Durchfall! In solchen Fällen sollte unverzüglich ein Arzt hinzugezogen werden. Eine stationäre Behandlung wird in der Regel dringend erforderlich sein.
c. Durchfallerkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten
sind dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von EHEC (Manfred Rohde, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig)
Elektronenmikroskopische Aufnahme von EHEC
(Manfred Rohde, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig)

Vielen Dank an des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung für die freundliche Überlassung der Bilder

Die Bilanz der EHEC-Fälle für Braunschweig:

9 EHEC-Erkrankungen, davon 3 zusätzlich HUS-Patienten,
5 männliche und 4 weibliche Patienten,
5 Personen mit EHEC wurden stationär behandelt.

Zu diesem Thema

Weitere Informationen finden Sie hier: