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Plakataktion: Verkauf und Weitergabe von Alkohol und Zigaretten an Kinder und Jugendliche

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Plakat Zigaretten.jpg

Es ist nicht alles verboten, einiges aber nicht erlaubt:

In den Wochen vor Jahreswechsel weisen im Stadtgebiet Plakate auf die Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen hin, die im Jugendschutzgesetz (JuSchG) den Konsum, den Verkauf und die Weitergabe von Alkohol bzw. Zigaretten einschränken oder untersagen.

In § 9 JuSchG und § 10 JuSchG ist nicht nur geregelt, inwieweit Heranwachsenden das Trinken von Alkohol bzw. das Rauchen in der Öffentlichkeit untersagt ist, auch der Verkauf und die Weitergabe sind dahingehend reglementiert, dass an Minderjährige weder branntweinhaltige Getränke wie Wodka oder Wodkamixgetränke noch Zigaretten verkauft bzw. weitergegeben werden dürfen. Bier, Wein oder Sekt dagegen dürfen bereits 16-Jährige bzw. schon 14-Jährige, sofern sie sich in Begleitung ihrer Eltern befinden, trinken.

Das Jugendschutzgesetz insgesamt ist in seinen Festlegungen sehr ausdifferenziert. Es wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Heranwachsende im Laufe ihrer Entwicklung Risiken besser einschätzen und zusehends eigenverantwortlich entscheiden können. Was viele nicht wissen: das Jugendschutzgesetz regelt Angelegenheiten in Bereichen, die öffentlich zugänglich sind, also in der Öffentlichkeit oder gastronomischen Betrieben, nicht aber, was sich im privaten Raum zuträgt. Hier obliegt den Sorgeberechtigten bis zur Volljährigkeit ihres Kindes das Recht, weitestgehend selbst festzulegen, was ihr Kind darf oder nicht darf.

Zwar sieht das Ordnungsrecht kein Bußgeld vor, wenn ein Minderjähriger an den anderen Alkohol weitergibt. Anders verhält sich dies aber bei jungen Volljährigen. Alle Personen, die spirituosenhaltige Getränke Minderjährigen bzw. Bier, Wein oder Sekt unter 16-Jährigen zugänglich machen, müssen mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren und letztlich einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Entscheidend hierbei: Sie gefährden damit die Gesundheit Heranwachsender.

Die aktuellen Zahlen über den Alkoholkonsum unter Jugendlichen sind auch in Braunschweig alarmierend. Besonders beliebt unter Jugendlichen sind Wodkamixgetränke. Wodka ist günstig. Vermengt mit Fruchtsäften entsteht ein Getränk, dessen hoher Alkoholgehalt bedingt durch einen hohen Zuckeranteil kaum herauszuschmecken ist.

Gerade junge Menschen unterliegen angesichts ihrer Bereitschaft, Grenzen auszuloten und dabei Verbote zu ignorieren, einem besonderen Risiko. Sie sind zum einen von anderer Seite leicht zu beeinflussen und können oder wollen sich einem Gruppendruck nicht widersetzen. Zum anderen sind sie im Umgang mit Alkohol unerfahren, unterschätzen leicht dessen Wirkung und riskieren in Anbetracht einer noch nicht abgeschlossenen körperlichen Entwicklung in einem besonderen Maß körperliche Schädigungen. Hinzu kommt, dass im akuten Rauschzustand Hemmschwellen wegfallen und die Fähigkeit zum Selbstschutz sinkt.

Bekannt ist, dass Minderjährige hochprozentige alkoholische Getränke oft von älteren Freunden erhalten, die ihn vorher ganz legal gekauft haben können. Ob sie den Alkohol leichtfertig weitergeben oder damit kokettieren, dass ihnen als gerade Volljährige so manches erlaubt und zugänglich ist: Die Weitergabe stellt keine Bagatelle dar. Stößt dem Minderjährigen etwas zu oder begeht er in Zusammenhang mit überhöhtem Alkoholkonsum eine Straftat, könnte dies für die Person, die den Alkohol zugänglich gemacht hat, über eine ordnungsrechtliche Ahndung hinaus strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Selbst privatrechtliche Forderungen der Geschädigten könnten sich hieraus ableiten.

Die Weitergabe ist im Grunde nicht zu kontrollieren und damit auch nicht zu unterbinden. In erster Linie muss versucht werden, Heranwachsende für die vernebelte Gefahr zu sensibilisieren, über die Folgen eines allzu unbedachten Umgangs mit Alkohol aufzuklären und zu befähigen, kompetent mit diesem Suchtstoff umzugehen. Gesetze und Kontrollen stellen also keine Lösung dar, sie gehören aber dazu, wenn Kinder und Jugendliche geschützt werden sollen.

Die Plakataktion setzt deshalb darauf, Erwachsene und insbesondere junge Volljährige zu informieren und sie zu einem verantwortungsbewussten Handeln anzuhalten.

Interessant ist, dass sich gerade junge Volljährige bei Jugendschutzkontrollen fast unisono dahingehend äußern, dass sie es gut finden, wenn kontrolliert wird. Schließlich dürften die Trinkgelage unter Jugendlichen ja nicht gänzlich ausufern...

Wer weitere Informationen zum Jugendschutz und den gesetzlichen Regelungen einholen will, beispielsweise woran zu denken ist, wenn eine Feier ausgerichtet wird, kann dies bei der Stelle Kinder- und Jugendschutz, Tel.: 0531 470-8523 oder auf der Internetseite www.jugendschutz.bs4u.net, tun.