Menü und Suche

Neun e-up! machen Elektromobilität sichtbar

Lautlos und emissionsarm durch die Stadt

Neun VW e-up! sind seit einigen Monaten für die Stadt Braunschweig im täglichen Arbeitseinsatz. Die Elektrofahrzeuge sind Teil des Projekts Kommunen für Elektromobilität, welches im Bundesprogramm „Schaufenster Elektromobilität“ in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg umgesetzt wird. Das Flottenprojekt zielt darauf ab Elektromobi-lität in Kommunen zu erproben, zu untersuchen und die Fahrzeuge für ein breites Publikum sichtbar zu machen. Gleichzeitig sollen für ein Forschungsprojekt Daten zum Nutzungsverhalten der Fahrer gesammelt werden, weshalb die e-up! häufig im Einsatz sind. Oder vielleicht doch eher deshalb, weil sie sich so gut fahren lassen?

Beim Aufbau von Veranstaltungen, hier Blumenmarkt, wird der e-up! vom Stadtmarketing häufig eingesetzt. (Braunschweig Stadtmarketing GmbH)
Beim Aufbau von Veranstaltungen, hier Blumenmarkt, wird der e-up! vom Stadtmarketing häufig eingesetzt.

Nachgefragt bei den Fahrern der e-up! ist die Aussage einstimmig: Es macht einfach Spaß, mit dem elektrischen Flitzer durch die Stadt zu fahren. „Die Beschleunigung ist beeindruckend“, schwärmt Markus Mauer von der Nibelungen-Wohnbau-GmbH, „und es macht richtig Spaß, wenn man vorausschauend fährt, fast ohne zu Bremsen von A nach B zu kommen. Ich habe zum Bespiel auf einer Fahrt von der Weststadt zurück zu der Nibelungen-Wohnbau gar nicht das Bremspedal benutzt“. Das ist immerhin ein Weg quer durch die Stadt.

Rekuperation - Fahren und gleichzeitig den Akku aufladen

Was sich gefährlich anhört, dient bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen der Stromgewinnung. Fährt der Fahrer im sogenannten Rekuperations-Modus und geht vom Gas – oder besser Strom, bremst das Auto mithilfe der Motorbremse ab. Der Elektromotor funktioniert bei der Rekuperation wie ein Generator und verwandelt die Bremsenergie zurück in Antriebsenergie. Das bremst nicht nur den Wagen ab, sondern lädt den Akku auf und verlängert so die Reichweite.

Apropos Reichweite: Wie ein normales Fahrzeug muss auch ein E-Fahrzeug getankt werden – nur eben nicht mit fossilen Brennstoffen, sondern mit Strom. Etwa 150 km beträgt die Reichweite bei einem e-up! und auch, wenn es sich zunächst wenig anhört, so stellt es doch für die Fachbereiche und städtischen Gesellschaften im Alltagsgebrauch kein Problem dar. Schließlich findet der Großteil der Fahrten im Stadtgebiet statt, wo selten 150 km gefahren werden. Selbst im Fachbereich Stadtgrün, wo Mitarbeiter die Bäume auf Schäden kontrollie-ren und längere Zeit im Stadtgebiet unterwegs sind, ist noch keine Fahrt abgebrochen wor-den, weil die Batterie zu schwach war. Die häufig genannte „Reichweitenangst“ scheint also unbegründet. Aufgeladen werden die Fahrzeuge vorwiegend an ihren Stellplätzen, wenn sie gerade nicht im Einsatz sind. Allerdings gibt es auch drei Ladesäulen im Stadtgebiet und weitere 16 Schnellladesäulen sollen ab Herbst folgen.

Fahren für die Forschung

Der E-Up im Einsatz für die Stadtverwaltung

Wer wie oft fährt, wie lang die zurückgelegte Strecke ist und wie häufig die Autos geladen werden, wird in einem Fahrtenbuch dokumentiert. Diese Datenerhebung ist Teil der projektbegleitenden Forschung zur e-up! FLOTTE. Mittels der wissenschaftlichen Auswertung sollen Erkenntnisse zur Wirtschaftlichkeit und Einsatzfähigkeit der E-Fahrzeuge in kommunalen Fuhrparks gewonnen werden. Die Studie untersucht zum Beispiel die Streckenprofile oder auch das Nutzungsverhalten der Fahrer. Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzgebiete in der Metropolregion (Städte und ländliche Umgebung) kommen genügend Daten für verschiedene Szenarien zusammen. Am Ende des Projektes soll ein Strategie- und Maßnahmenplan veröffentlicht werden, der Kommunen bei der Anschaffung von E-Flotten unterstützen und Hinweise geben soll, wie E-Fahrzeuge in verschiedenen Fachbereichen eingesetzt werden können.

Mehr E-Mobilität in Braunschweig

 (BS|Energy)

Aber nicht nur durch die e-up! wird Elektromobilität im Stadtgebiet sichtbar. Einen großen Beitrag leisten auch die BSVAG und BS Energy. Ein Drittel der Unternehmensflotte hat BS Energy auf alternative Antriebe umgestellt, davon werden 25 Fahrzeuge rein elektrisch betrieben. Laut Paul Anfang, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, übernehme BS Energy mit der Umstellung auf den ökologischen Flottenbetrieb eine Vorbildfunktion: Betankt werden die E-Fahrzeuge ausschließlich mit Ökostrom, weshalb sie kaum der Umwelt scha-den und fast CO2-neutral fahren. Ein Hingucker sind die lautlosen Flitzer allemal, sind sie doch mit auffälligen Aufdrucken in den Hausfarben rot und blau unterwegs und setzen so ein Zeichen für die Elektromobilität in Braunschweig.

Nach den ersten 100 Tagen und insgesamt rund 132.000 Kilometern hat die Ökologische Flotte 17,2 Tonnen CO2-Emissionen gegenüber vergleichbarer Benzin-Fahrzeugen eingespart. Davbei haben die 25 E-Autos bei einer Laufleistung von zusammen rund 35.000 Kilometern etwa 4.500 kWh Strom verbraucht – soviel wie ein Vier-Personen-Haushalt durchschnittlich im ganzen Jahr benötigt. Dadurch wurde der Verbrauch von rund 1.500 Litern des fossilen Kraftstoffs Benzin vermieden und durch Ökostrom ersetzt.

Seit dem 27. März dreht „emil“ seine Runden auf dem Stadtring. Der elektrische Bus wird als Zusatzbus für die M19 eingesetzt und freut sich größter Beliebtheit. Manche Fahrgäste warten extra auf emil, um in einem elektrisch betriebenen Bus mitfahren zu können, berichtet Christopher Graffam von der Braunschweiger Verkehrs-GmbH. Das Akronym „emil“ bedeutet „Elektromobilität mittels induktiver Ladung“ und ist gleichzeitig das Herzstück des Projekts: Erstmals für den Busbetrieb wird die Batterie induktiv an Haltestellen aufgeladen. Was bei Rasierapparaten und elektrischen Zahnbürsten im Kleinen wunderbar funktioniert, ist bei einem Bus im Linienverkehr eine Herausforderung. Dank der 200 kW Schnellladung ist es aber möglich, die Batterie des Busses auch während kurzer Stopps an den Haltestellen auf-zuladen. Bislang wird der E-Bus an der Hamburger Straße und am Bahnhof geladen, weitere Haltestationen mit der Schnellladeinfrastruktur sollen folgen. Denn noch in diesem Jahr sollen die ersten zwei elektrischen Gelenk-Busse in den Linienbetrieb aufgenommen werden.

Fakten

e-up! FLOTTE in der Stadt Braunschweig

Folgende Fachbereiche und städtische Gesellschaften fahren einen e-up!:

  • FB 31 Feuerwehr
  • FB 61 Stadtplanung und Umweltschutz
  • FB 65 Hochbau und Gebäudemanagement
  • FB 67 Stadtgrün und Sport
  • FB 66 Tiefbau und Verkehr
  • Braunschweig Stadtmarketing GmbH
  • Braunschweig Zukunft GmbH
  • Nibelungen Wohnbau GmbH
  • Stadthalle Braunschweig