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Siedlungsentwicklung von 1179 bis heute

Wappen von Broitzem

Das offizielle Alter von Broitzem finden wir in der ersten schriftlichen Erwähnung in der von Papst Alexander III. ausgefertigten Urkunde, die dem Aegidienkloster den Besitz von Ländereien in Broitzem bestätigte. Der Ort wird jedoch um einiges älter sein: Prof. Wolfgang Meibeyer berichtete über eine Besiedelung dieses Raumes in fränkischer Zeit, also etwa ab 800 n. Chr.

Seit dem 14. Jahrhundert schützte die Landwehr mit Wassergräben und Wällen, bewachsen mit undurchdringlichem Dornengestrüpp die Stadt Braunschweig. Das Dorf lag südlich des "Rothenburger Turmes" außerhalb dieses Schutzgürtels.

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten Bauernhöfe das Dorfbild, den Ortskern bildete das Gebiet nördlich der Kirche zwischen der heutigen Oststraße und dem Steinbrink. Nach 1750 weitete sich der Ort nach Westen mit kleineren landwirtschaftlichen Betrieben und Handwerkerwohnstätten aus.

Seit 1832 gehörte das Dorf dem Landkreis Braunschweig an.

Weil die erste Schule nicht mehr ausreichte (das heutige Gebäude Große Grubestraße 3), bezogen die Schüler ab 1900 die "Alte" Schule zwischen Kirche und Friedhof.

1911 entstand südöstlich des alten Dorfkerns eine von der "Evangelischen Rentenhausgenossenschaft" geförderte Siedlung mit Einfamilienhäusern und Gärten. Anfänglich hatte die eingesessene Dorfbevölkerung wenig Verständnis dafür, damals galt noch "wir wollen unter uns bleiben", so nannten sie volkstümlich den neuen Teil des Ortes "Kreutzerhöhe" oder "Klein Jerusalem".

Durch die Industriealisierung des 19. und 20. Jahrhunderts wanderte ein Teil der Dorfbewohner in die Stadt ab. Die Nähe des Dorfes zur Stadt beeinflusste die Struktur des Ortes sehr stark. Es profitierte von seinem Bahnhof an der Eisenbahnlinie Braunschweig-Hannover, bzw. Hildesheim. Viele Bewohner nutzten die Bahn zum Erreichen ihrer Arbeitsstätte in der Stadt.

Nach dem 1. Weltkrieg benötigte Broitzem mehr Wohnstätten. Mit Häusern nordwestlich des Flugplatzes (heutige Traunstraße) neben dem "van Nyssen Erbhof", heute "Fisch-Pahlke" und südlich der Kirche an der Großen Grubestraße entstanden Siedlungshäuser. Ende der 1930-er Jahre zählte der Ort 1.000 Einwohner.

Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges kam es zu einer Erweiterung des Dorfes. Von 1939 bis 1942 entstand nördlich der Westerbergstraße die "Siedlung".

Bauepochen (Dieter Heitefuß)

Nach der Vertreibung aus ihrer Heimat fanden viele Flüchtlinge in Broitzem Wohnraum und Arbeit.

Der Ort weitete sich zum Wohngebiet am Stadtrand aus. Die Schule erhielt 1951 einen Erweiterungsbau. Im Ort konnten sich in den 1950-er Jahren kleinere Gewerbetriebe halten, u. a. ein Sattler, eine Stellmacherei, zwei Schmieden und einige Handwerksbetriebe des Baugewerbes. Eine Konsumverkaufsstelle und ein selbstständiger Lebensmittelhändler versorgten die Bürger.

Bis 1950 konnten drei Bäckereien im Ort ihre Erzeugnisse produzieren, ab 1966 nur noch eine. Das Gewerbesteueraufkommen investierte die Gemeinde in die Infrastruktur des Ortes. 1951/52 baute sie zwei Wohnhäuser an der Großen Grubestraße. Am Steinbrink (bis 1974 Steinweg) richtete sie das erste Gemeinschaftshaus ein, zwei Häuser südlich davon das "Kalthaus" mit Tiefkühlanlage. Bis Mitte der 1950-er Jahre konnte die Gemeinde eine eigene Freibadeanstalt östlich des früheren Bahnhofs unterhalten, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Teich Flachsrottengewässer. Ab 1957 konnte eine eigene Trink- und Abwasserversorgung das alte System mit öffentlichen und hauseigenen Brunnen und Latrinen ablösen. Die Hastra Elektrizitätsgesellschaft verlegte die Versorgungsleitungen unter die Erde.

Broitzem von Süden August 1970 (Foto: Hans Steffens)
Broitzem von Süden August 1970
(Foto: Hans Steffens)

Die "neue Schule" am Kruckweg konnte 1965 bezogen werden Durch die Baugebiete "Steinberg Ost" (1966-1972) und "Steinberg West" (1973-1982) wuchs die Bevölkerung auf etwa 4.200. Ab 1990 entstand eine Siedlung am östlichen Ortsrand mit den Straßen Fallstein-, Burgberg- und Drachenbergblick. 1995 begann die Erweiterung "Donaustraße-Ost", erkennbar durch seine "Frauen-Straßenbenennungen". Ab 2000 wurde das Gebiet "Osterbeek" zwischen Kruckweg und Eisenbahnlinie erschlossen. Zur Zeit entsteht zwischen Fernmeldeturm und Siedlung am Steinberg an der Südwestperipherie des Ortes die Siedlung "Broitzemer Steinberg" mit etwa 150 Wohneinheiten. Die Expandierung zur "Siedlung am Stadtrand" wird damit vorerst ein Ende finden.

Neubaugebiet von Westen 23. April 2007 (Foto: Dieter Heitefuß)
Neubaugebiet von Westen 23. April 2007
(Foto: Dieter Heitefuß)

 

Hinweis:

Die Informationen zu den Stadtteilen werden von den jeweiligen Heimatpflegerinnen und Heimatpflegern betreut. Für den Inhalt sind diese ausschließlich verantwortlich.