EN

26 Die letzte Wassergasse in Stöckheim

© Foto: Dr. Wilhelm BornstedtDie letzte Wassergasse in Stöckheim

Zwischen beiden Scheunen der beiden Burgmeierhöfen führt die letzte in Stöckheim erhaltene Wassergasse zur Oker. Auch sie steht unter Denkmalschutz.
Wassergassen oder Wassertweten hatte eine lebenswichtige Bedeutung für die abseits der Oker wohnende Bevölkerung. Es ist anzunehmen, dass Stöckheim zunächst ein Reihendorf der großen Ackerhöfe an der Oker war.

Diese Ackerhöfe hatten direkten Zugang zur Oker, wodurch z.B. die Viehtränke sehr erleichtert war.Später siedelten sich weitere Höfe in Stöckheim an und so entstand aus dem Reihendorf ein Sackgassendorf. Noch heute sind die Sackgassen "Alter Platz", "Dorfplatz" und "Kirchenbrink" erhalten. Für alle Bewohner abseits der Oker wurden Zugänge zum Wasser geschaffen, die sog. Wassergassen. Von den ehemals vier Wassergassen ist nur die eine erhalten geblieben. Am Ende einer jeden Wassergasse waren über der Oker sog. Wasserfüllen errichtet. Es waren zweistufige Stege – einer Hoch- und einer für Niedrigwasser. An diesen Füllen konnte Wasser geschöpft werden und sie dienten den Frauen zum Wäschewaschen. Ältere Bewohner erinnern sich noch, dass die Wäsche anschließend zum Bleichen auf einer Wiese ausgelegt wurde.

Der Bäckerstieg wurde bei der Separation 1853 als sinnvolle Fortsetzung der Wassergasse angelegt, um den Bewohnern an der Leipziger Straße den Zugang zur Oker zu ermöglichen.
Rudolf Zehfuß