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Windkraft

Windkraft ist gegenwärtig die ertragsstärkste erneuerbare Energieform in Deutschland. Die Windenergieanlagen an Land (onshore) und auf See (offshore) decken zusammen etwa 8 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Deutschland. Eine Windenergieanlage produziert in etwa 85 Prozent des Jahres elektrischen Strom, wenn auch nicht immer mit maximaler Leistung. Dennoch reicht der produzierte Strom einer 1,5 Megawatt-Anlage rechnerisch aus, um über 1000 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen. Auch aus energetischer Sicht haben Windenergieanlagen eine gute Bilanz. Während ihres Betriebes erzeugt eine Windenergieanlage etwa 40 bis 70-mal so viel Energie wie für ihre Herstellung, ihren Transport und ihre Entsorgung benötigt wird. Die energetische Amortisation erfolgt oft schon nach wenigen Monaten Betriebsdauer.
Auch wenn die Windkraft in Deutschland hohe Erträge liefern und eine wesentliche Säule der künftigen Energieversorgung darstellen wird, dürfen auch Aspekte des Naturschutzes und andere Interessen bei zukünftigen Planungen nicht unberücksichtigt bleiben. Mit weitsichtiger Planung und sachlichen Diskussionen können diese Spannungsfelder gelöst werden.

Funktionsweise einer Windkraftanlage (© Agentur für Erneuerbare Energien)
Funktionsweise einer Windkraftanlage
(© Agentur für Erneuerbare Energien)

"Aus alt mach neu" - Repowering

Wie bei der Photovoltaik schreitet auch die technische Entwicklung von Windkraftanlagen immer weiter voran. Vor allem aufgrund neuer Bautechniken werden die Anlagen immer größer und höher. Wurden im Jahr 1995 noch neue Anlagen mit einer Nennleistung von 600 Kilowatt errichtet, konnten in 2010 bereits solche mit einer Nennleistung von 7500 Kilowatt errichtet werden.

Onshore-Windenergieanlage (© Petra Bork / PIXELIO)
Onshore-Windenergieanlage
(© Petra Bork / PIXELIO)

Mittlerweile geht die erste Generation von alten Windkraftanlagen außer Dienst und wird durch neue Maschinen ersetzt (Repowering). Landschaftsplanerische Fehler aus der Gründerzeit der Windenergie können dadurch reduziert und der Ertrag bei gleich bleibender Anlagenzahl vervielfacht werden.
Große Belastungen für die Umwelt entstehen beim Abbau einer alten Anlage nicht. Eine Windkraftanlage besteht zu etwa 60 Prozent aus Stahlbeton und zu 30 Prozent aus Stahl und lässt sich zu annähernd 100 Prozent wiederverwerten.

Windkraft auch auf See

Offshore-Windenergieanlage (© Erich Westendarp / PIXELIO)
Offshore-Windenergieanlage
(© Erich Westendarp / PIXELIO)

Auf dem Meer weht der Wind stärker und stetiger als über Land und der Energieertrag ist um etwa 40 Prozent höher. Aufgrund aufwändiger Genehmigungsverfahren, hoher Umweltauflagen und großer anlagentechnischer Herausforderungen ist die Gewinnung von Offshore-Windenenergie sehr anspruchsvoll. Dennoch ist es das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Leistung von 10.000 Megawatt auf dem Meer zu errichten.

Kleinwindkraft

Kleinwindkraftanlage auf einem Hausdach (© SolSolutions / PIXELIO)
Kleinwindkraftanlage auf einem Hausdach
(© SolSolutions / PIXELIO)

In den Dimensionen “höher“ und “größer“ liegen nicht die einzigen Entwicklungspotenziale für Windkraftanlagen. Bei einer Anlagenleistung bis zu 100 Kilowatt wird von Kleinwindenergieanlagen gesprochen. Mikrowindenergieanlagen bis zu einer Leistung von 5 Kilowatt sind auch für Privathaushalte interessant. Wie Photovoltaikanlagen werden sie an das Stromnetz angeschlossen oder auch als Inselanlagen betrieben. Der besondere Reiz liegt in der guten Ergänzbarkeit zu einer Photovoltaikanlage. Der Wind weht tendenziell eher dann, wenn die Sonneneinstrahlung abnimmt (Herbst und Winter). Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesverband für Kleinwindkraftanlagen.

Windkraft in Braunschweig

In Braunschweig dreht sich seit 1997 ein Windrad auf dem Geitelder Berg. Jährlich liefert es seit dem rund 900.000 kWh Strom. Der Geitelder Berg, auf dem schon früher eine Bockwindmühle stand, ist das einzige Windvorranggebiet der Stadt. Seit 2003 stehen dort drei weitere Windräder, die zum Teil im Rahmen eines Bürgerprojekts finanziert wurden.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesverband Windenergie e.V. und bei der Fachagentur für Windenergie an Land.