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Herzstück Heizung

Etwa 72 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte geht auf die Heizung zurück. Etwa 13 Prozent werden für die Warmwasserbereitung benötigt. Mit Hilfe moderner Heizungen und veränderter Regelungseinstellungen sind die Einsparpotenziale oft beträchtlich. Heizungen werden damit zum energetischen Herzstück eines jeden Hauses.

Die günstige Art zu sparen: Thermostatventile und hydraulischer Abgleich

Nicht immer muss für das Energiesparen gleich die alte Heizung ausgewechselt werden. Oft reichen dafür auch schon Veränderungen der Regelungseinstellungen. Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 18 und 20 Grad Celsius bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Für ein angenehmes Wohnklima genügen im Wohn- und Kinderzimmer 20 Grad, in der Küche 18 Grad, im Bad 23 Grad und im Flur 15 Grad Celsius.

 (© co2online)
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Jedes eingesparte Grad Raumtemperatur senkt den Energieverbrauch um ca. 6 Prozent. Noch einmal kräftig sparen kann, wer nachts die Raumtemperatur senkt, aber nicht mehr als um 5 Grad, sonst erfordert das schnelle Aufheizen der Räume am nächsten Morgen zu viel Energie. Moderne Thermostatventile halten die gewünschte Raumtemperatur sehr genau ein.

 (© co2online)
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Wenn der Heizkörper trotz eines aufgedrehten Thermostatventils nicht mehr richtig warm wird oder es seltsam „gluckert“, hat sich möglicherweise eine Luftblase im Heizkörper. Sie kann über das Entlüftungsventil am Heizkörper abgelassen werden.

Hilft auch das nicht, kann ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper in vielen Fällen zu erheblichen Energieeinsparungen führen. Alle Heizkörper im Heizkreislauf werden dabei so eingestellt, dass die Heizungspumpe weniger arbeiten und die Vorlauftemperatur nicht so hoch sein muss.

 (© co2online)
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Über den Heizungskreislauf ist der Heizkessel mit allen Heizkörpern im Haus verbunden. Nach dem „Prinzip des geringsten Widerstandes“ findet das Heizungswasser darin seinen Weg. Dessen Fließgeschwindigkeit ist abhängig von den Regelungseinstellungen an den verschiedenen Heizkörpern oder der Pumpeneinstellung. Sind diese nicht optimal aufeinander abgestimmt, werden manche Räume oft nicht richtig warm, andere zu heiß. Durch einen hydraulischen Abgleich werden alle Komponenten der Heizungsanlage richtig dimensioniert und auf den jeweiligen Energiebedarf der einzelnen Räume abgestimmt. Danach ist stets die richtige Wassermenge mit der richtigen Temperatur zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Der Stromfresser Nummer 1: Die alte Heizungspumpe

 (© BMU / Brigitte Hiss)
(© BMU / Brigitte Hiss)

Sind die Möglichkeiten der Regelungseinstellungen erschöpft, lohnt sich ein Blick auf die oftmals größte Stromverbraucherin in einem Privathaushalt – die Heizungspumpe.
Alte Pumpen laufen oft permanent durch, unabhängig ob geheizt wird oder nicht. Dabei verbrauchen sie 24 Stunden täglich wertvollen Strom.

 (© co2online)
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Hocheffiziente Pumpen laufen nur, wenn auch geheizt wird und benötigen dadurch bis zu 80 Prozent weniger Strom. Dieses macht den Heizungspumpentausch zu einer Investition, die sich kurzfristig lohnt!

Auswahl der Heizkörper: Fußbodenheizung bietet Vorteile

Insbesondere bei Neubauten oder größeren Renovierungen empfiehlt es sich, über die Auswahl der verwendeten Heizkörper nachzudenken.

Radiator (© Fersing / PIXELIO)
Radiator
(© Fersing / PIXELIO)

Die klassischen Radiatoren benötigen einerseits wertvolle Stellflächen an den Wänden. Zudem gelingt ihnen nicht immer eine gleichmäßige Temperaturverteilung in den Räumen. In kühleren Ecken besteht dann eine erhöhte Gefahr der Schimmelbildung. Klassische Radiatoren benötigen zudem eine Vorlauftemperatur von etwa 70 Grad Celsius. Die Heizung im Keller muss das Heizwasser dementsprechend stark aufheizen.

Fußbodenheizung (© Uli Carthäuser / PIXELIO)
Fußbodenheizung
(© Uli Carthäuser / PIXELIO)

Eine Alternative stellen Fassaden-, oder Fußbodenheizungen dar. Sie benötigen keine Stellfläche, erreichen eine gleichmäßige Temperaturverteilung und kommen mit einer niedrigeren Vorlauftemperatur aus. Dadurch können sie günstiger betrieben werden und lassen sich ideal mit modernen Heizsystemen wie Brennwertkesseln, Wärmepumpen und Solaranlagen kombinieren.

Die Heizung als lohnende Langzeitinvestition

Irgendwann muss auch eine langlebige Heizung einmal ausgetauscht werden. Dieses bedeutet einen großen finanziellen Aufwand und eine auf viele Jahre vorausschauende Planung bezüglich des gewählten Heizsystems. Umso wichtiger ist es, für die individuelle Situation die richtige Heizung zu finden.

Dem Aufwand stehen den Hausbesitzer/-innen große Einsparpotenziale gegenüber. Durch den Austausch einer alten Anlage können die jährlichen Energieverbräuche drastisch gesenkt und finanzielle Mittel, ausgehend von einer langen Lebensdauer der Anlage, anderweitig verwendet werden. Zudem wird durch eine neue Heizungsanlage der Wert der Immobilie gesteigert.

Es lohnt sich, über den Einsatz von erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffen nachzudenken: Heizsysteme wie Solarkollektoren, Holzpelletöfen, Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke werden durch das BAfA staatlich gefördert.

Weitere Informationen rund um das Thema Heizung erhalten Sie über die Bundeskampagne „Meine Heizung kann mehr“ und beim „Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik“ sowie auf den folgenden Seiten!

Schnelle Tipps:

  • In Heizkörpernischen sind Hauswände oft besonders dünn. Dadurch geht Wärme ungenutzt nach außen verloren. Kleiden Sie deshalb Heizkörpernischen mit Dämmplatten oder Reflexionsfolie aus oder entfernen Sie die Nischen ganz.
  • Beseitigen Sie Undichtigkeiten an Fenstern und Türen mit Dichtungsbändern oder Schaumstoff – oder lassen Sie die alten gegen neue, besser gedämmte Fenster austauschen.
  • Verdecken Sie Heizkörper nicht durch Verkleidungen, Vorhänge oder Möbel und nutzen Sie sie nicht als Wäschetrockner. Bis zu 20 Prozent der Wärme geht sonst verloren.
  • Halten Sie die Türen zu wenig beheizten Räumen geschlossen.
  • Lüften Sie kurz, aber mit weit geöffneten Fenstern, und schließen Sie dabei die Thermostatventile. Bei andauernder "Kippstellung“ geht viel mehr Wärme verloren.
  • Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima bietet einen interaktiven Modernisierungsplaner an. Dieser liefert Informationen über Kosten aber auch mögliche Einsparungen.