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Konsumverhalten

 (© Jakob Erhardt / PIXELIO)
(© Jakob Erhardt / PIXELIO)

In Deutschland wächst der durchschnittliche materielle Wohlstand der Gesellschaft stetig an. Der globalisierte Welthandel nimmt in immer stärkerem Umfang zu und ermöglicht jederzeit den Konsum von Gebrauchsgütern und Speisen aus fast allen Teilen der Welt. Immer mehr Geräte aus der Unterhaltungs-, Informations- und Kommunikationselektronik oder Küchengeräte finden Eingang in die privaten Haushalte. Wurde deren Speiseplan früher von saisonal verfügbaren Nahrungsmitteln bestimmt, führen heute Importe zu einem ganzjährigen Angebot.

 (© Bernd Sterzl / PIXELIO)
(© Bernd Sterzl / PIXELIO)

Mit dem zunehmenden Konsum von Gütern, Dienstleistungen, Mobilität und Lebensmitteln überall und zu jeder Zeit, geht neben dem steigenden Rohstoffbedarf eine Verdichtung und Ausweitung des Transportsystems zur See, zu Land und in der Luft einher. Indikatoren wie Güterverkehrsleistung, Containerumschlag und Anzahl der Lastkraftwagen zeigen allesamt eine aufsteigende Entwicklung.

Das Konsumverhalten wirkt sich massiv auf die Umwelt aus. Die Folgen unseres Konsumverhaltens (unser ökologischer Fußabdruck) sind in der Regel nur unzureichend bekannt, da sie sich in anderen Regionen der Erde zeigen. Populäre Beispiele sind etwa die Erdölgewinnung im Nigerdelta oder die Gewinnung von seltenen Erden im subäquatorialen Afrika mit sämtlichen sozialen, politischen und ökologischen Konsequenzen.

Bei der Banane aus Ecuador, dem Spielzeug aus China, der Steinkohle aus Australien oder dem Auto aus Frankreich gilt generell: Rohstoffe müssen gewonnen, Güter produziert, geliefert und nach ihrer Nutzung wieder entsorgt werden. In allen Gliedern dieser Kette entsteht CO2. Bei einem Kilo Bananen entstehen beispielsweise insgesamt 805 Gramm, bei einem Auto zwischen vier und sieben Tonnen.

Produktionskette

Produktionskette (© Stadt Braunschweig)
Produktionskette
(© Stadt Braunschweig)

Änderungen im Verbrauchsverhalten können aber in allen Bereichen zu Entlastungen führen. Werden Güter vor Ort erzeugt und verkauft, können Importe und der damit verbundene Transportaufwand verhindert werden. Fällt die Kaufentscheidung auf ein natürliches Produkt, kann der Aufwand bei der Entsorgung verringert werden. Die Effekte sind durchaus beachtlich: Durch ein vermiedenes großes Containerschiff wird im Jahr dieselbe Menge CO2 eingespart, die ein durchschnittliches Kohlekraftwerk im gleichen Zeitraum produziert.

Das Prinzip "Heiter Weiter" ist keine Option

Der Wohlstand auf der Welt ist ungerecht verteilt: Die 500 Millionen Menschen mit dem größten Wohlstand stellen nur sieben Prozent der Weltbevölkerung. Nach dem Worldwatch Institute sind sie aber für die Hälfte der Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Würden alle Menschen der Erde auf die gleiche Weise konsumieren wie die Einwohner der Bundesrepublik Deutschland, würde die Erde nicht mehr ausreichen um ihren Bedarf an Konsumgütern zu decken. Allerdings werden im Jahr 2050 voraussichtlich etwa neun Milliarden Menschen auf der Erde leben und die Menschen insbesondere von ärmeren Ländern dauerhaft nach mehr Wohlstand streben.

Grund genug also, über Änderungen des eigenen Konsumverhaltens nachzudenken. Auf den folgenden Seiten sollen Sie erfahren, wo Sie in Ihrem Alltag Ressourcen sparen und das Klima schützen können!

Energieeinsparung durch Nutzungsverhalten - Dienstanweisung als Vorbild

 (© Ich und Du / PIXELIO)
(© Ich und Du / PIXELIO)

Mit gutem Beispiel voran: Für die Gebäude, die der Stadt gehören oder die von der Verwaltung genutzt werden, gibt es seit 2006 eine Dienstanweisung zum richtigen Heizen und Lüften. Darin wird detailliert geregelt, welche Raumtemperaturen wo vorgesehen sind und wie Energiesparen und Klimaschutz im Büro realisiert werden kann.