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Grün oder grau? – Das ist hier die Frage

Schnell werden heutzutage ältere Geräte und Produkte durch neue ersetzt, Begriffe wie „Wegwerf“- oder „Konsumgesellschaft“ umschreiben diesen Umstand. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang öfter fällt ist die „graue Energie“. Sie beschreibt die Energie, die für die Produktion, Verteilung und den Verkauf von Produkten bereits aufgewendet wurde, noch bevor diese in die eigentliche Nutzung gelangen. Die graue Energie hat daher einen maßgeblichen Einfluss auf die Umweltfreundlichkeit eines Produktes.

Betreiben bis zum Defekt oder doch vorher tauschen?

Wie immer lohnt sich eine differenzierte Betrachtung. Bei Produkten wie 15 Jahre alte Kühlschränke ist der Austausch durch eine energetisch sparsamere Alternative immer sinnvoll, denn:

Bei Haushaltgeräten fallen durchschnittlich 95 Prozent der Umweltbelastungen während ihres Betriebes an!

Bei Gefrier-Kühl-Kombinationen etwa, die zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt zählen, entstehen vier fünftel des Energieverbrauchs während der Nutzung. Auch ein PKW verbraucht durch das Tanken während seines Gebrauchs etwa dreimal so viel Energie, wie für seine Herstellung aufgewendet wurde.

Stecker (© Mario Heinemann / PIXELIO)
(© Mario Heinemann / PIXELIO)

Betrachtet man technisch aufwändige Geräte mit einem geringen Stromverbrauch wie Smartphones oder Computer, verschiebt sich dieses Verhältnis: Bei ihnen fällt bereits während der Produktion ein Großteil der Energie an, die sie während ihrer Lebensdauer insgesamt verbrauchen. Ein Computer verbraucht im Betrieb nur etwa ein Siebtel der Energie, die für seine Herstellung verbraucht wurde, ein Smartphone etwa ein Zehntel und weniger.

Was kann ich also tun?

Die Schweizer Agentur für Energieeffizienz (SAFE) hat eine Entscheidungshilfe erstellt: Demnach rechnet sich bei elektrischen Geräten ein Austausch finanziell nur, wenn eine Reparatur ansteht. Beim Austausch eines fünf – sieben Jahre alten Elektrogerätes ist dieses dann der Fall, wenn die Kosten für eine Reparatur mehr als 35 Prozent des Kaufpreises für ein Neugerät betragen, ist es acht bis zehn Jahre alt, ab 30 Prozent und ist es älter als 10 Jahre lohnt sich ein Austausch bereits ab 10 Prozent. Wichtig: Bei Neukauf unbedingt auf das Energielabel achten!