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Kamin und Ofen

Ein prasselndes Feuer im Kachelofen oder im Kamin ist beliebt – zumal es als klimaneutral gilt, denn beim Verbrennen entweicht nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid, wie die Pflanze beim Wachstum zuvor gebunden hat. Der Verbrennungsprozess ist allerdings oft viel schlechter, als in einer modernen mit Holz befeuerten Heizungsanlage. Entsprechend groß ist der Schadstoffausstoß: Ruß, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Stäube und Schwefeldioxid (bei Kohle) gelangen ungefiltert durch den Schornstein in die Luft. Beim Feinstaub, der in Verdacht steht Krebs auszulösen, setzten in den letzten Jahren kleine private und gewerbliche Holzfeuerungsanlagen sogar größere Mengen frei als alle Benzin- und Dieselmotoren auf Deutschlands Straßen. Die Nutzung und der Betrieb von häuslichen Kleinfeuerungsanlagen sind in der 1. BImSchV (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen) festgelegt.

Durch das Heizen mit Ofen oder Kamin können sich auch innerhalb der Wohnung Schadstoffe hoch konzentrieren. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn die Räume klein sind, und/oder die Fenster gut schließen, sodass die Frischluftzufuhr für die Verbrennung eingeschränkt ist. Geräte, die Luft aus dem Wohnraum absaugen (Dunstabzugshauben, Lüftungen, Wäschetrockner) dürfen aus demselben Grund nicht zusammen mit einer Holzfeuerung betrieben werden.

Bei Offenen Kaminen ist der Schadstoffausstoß so groß, dass sie gem. einschlägiger Gerichtsurteile „nur gelegentlich“ genutzt werden dürfen – z. B. an acht Tagen im Monat für jeweils fünf Stunden.

Ob Ofen oder Kamin, generell gilt, aus dem Schornstein darf kein dunkler Rauch abziehen. Nutzen Sie umweltschonendes Brennmaterial, d. h. gem. § 3 Abs. 1 der 1. BImSchV also nur unbehandeltes und ausreichend getrocknetes Holz mit einem Feuchtegehalt von höchstens 20%. Alles andere ist als Brennstoff im Holzofen oder Kamin verboten.

 

Tipps:

  • Kaufen Sie - wenn überhaupt - einen emissionsarmen Kaminofen. Achten Sie auf das Zeichen DINplus.
  • Lüften Sie regelmäßig Räume, die mit Öfen oder Kaminen beheizt werden.
  • Drehen Sie dem Ofen in der Brennphase nie die Luft ab. Dadurch kann vermehrt Ruß entstehen, der die Leistungsfähigkeit des Ofens beeinträchtigt. Abgase können in die Wohnung gelangen oder es kann zu Bränden in den Abgasleitungen kommen.
  • Alle vier bis sechs Wochen sollte der gesamte Ofen gründlich gereinigt werden, also auch die Luft- und Gasführungskanäle sowie die Absetzkammern.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, ob der Ofen und die Abgasführung vom Ofen zum Schornstein einwandfrei dicht sind. Bei größeren Lecks muss der Ofen sofort außer Betrieb genommen werden.
  • Weitere Informationen gibt die Broschüre: Feuer und Flamme für Heizen mit Holz? (PDF).