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Bemessung des Flächenbedarfs

© siehe ImpressumKernflächen

Bemessung von Kernflächen

Als Bemessungsansatz zur Ermittlung des Kompensationsbedarfes umzusiedelnder Feldhamster wird von mindestens 0,1 ha je umzusetzendem Feldhamster ausgegangen.

Die Bemessungsformel lautet daher: Anzahl der gefundenen Feldhamster X 0,1 = Größe der Kernfläche in [ha].

© siehe ImpressumSchutzstreifen

Bemessung von Schutzstreifen

Damit sich der Feldhamster geeignete Lebensräume im Umfeld einer Kernfläche erschließen kann und ein dauerhaftes Überleben durch einen Individuenaustausch in der Feldflur gesichert ist, sollte die Kernfläche von möglichst vielen netzartigen Randstreifen umgeben sein.

Die Bemessung der Länge von Schutzstreifen ergibt sich aus der Größe des Eingriffsraumes. Die Breite eines Streifens beträgt 10 m und liegt im Idealfall, unbeeinträchtigt durch angrenzende befahrene Straßen bzw. Feldwege in der freien Feldflur zwischen anderen Ackerschlägen. Störungen müssen durch Einbeziehung von Korrekturfaktoren in die Berechnung berücksichtigt werden. Je stärker die Störung, desto mehr Streifenlänge wird benötigt:

Faktor 1: Vorgesehen sind Schutzstreifen zwischen Ackerschlägen unbeeinträchtigt von Störungen oder an trockenen Gräben, wenn auf der anderen Seite ebenfalls ein Acker angrenzt. Sie werden daher voll angerechnet.

Faktor 0: Nicht anrechenbar sind dagegen Streifen an befahrenen Straßen (Verluste durch Überfahren) oder angrenzend an geschlossene Gehölze/Wald (erhöhter Feinddruck und Schattenwirkung).

Faktor 2: Zur Hälfte anrechenbar sind Streifen, die an Feldwegen liegen und Störungen durch landwirtschaftlichen Verkehr und Fußgängern (ggf. in Begleitung von Hunden) ausgesetzt sind. Hierzu zählen auch Streifen, die nur zu einer Seite hin für den Hamster nutzbar sind (angrenzend an versiegelte oder nicht nutzbare Bereiche wie Hausgärten u. ä.).

Faktor 3: Ist die Lage in der Feldflur nicht als Streifen realisierbar, sondern nur als kompakte Fläche, gehen die Synergieeffekte der Schutzstreifen vollständig verloren. Die Flächen sind dann nur zu einem Drittel anrechenbar. Dies resultiert auch aus der Größe des Tagesreviers mit einem Durchmesser von 60 m (30 m Radius).

Zur Bemessung der zum Ausgleich erforderlichen Streifenlänge muss die Flächengröße des betroffenen Baugebietes in die Formel eingehen. Je größer diese Fläche, desto größer auch die erforderliche Streifenlänge. Die Länge des Schutzstreifens wird bestimmt durch Ziehen der Quadratwurzel aus der Gesamtgröße der Fläche des Baugebietes in Quadratmetern.

Bei einer möglichen Breite des Schutzstreifens von 10 m lautet die Bemessungsformel daher:

Quadratwurzel aus Fläche des Baugebietes in Quadratmetern = gesuchte Länge des Schutzstreifens in m

Beispielrechnung für ein Baugebiet von 169 ha (1 ha = 10 000 Quadratmeter):

Quadratwurzel aus Fläche des Baugebietes von 1 690 000 Quadratmetern = 1300 m Länge des Schutzstreifens

Sollte es nicht möglich sein, Vernetzungsstreifen anzulegen, sind Korrekturfaktoren für eine Vergrößerung der Kernfläche zu berücksichtigen.

Zur Ermittlung einer die Schutzstreifen kompensierende resultierende Fläche gilt:

resultierende kompakte Fläche = Länge der Schutzstreifen X 10 m Breite X Korrekturfaktor (hier 3)