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Ansprüche an den Lebensraum

Die folgende Tabelle gibt eine kurze Auflistung der wesentlichen Ansprüche der im Stadtgebiet von Braunschweig festgestellten Fledermausarten an ihren Lebensraum.

 

Fledermausart Habitatanspruch
Zwergfledermaus
Pipistrellus pipistrellus
  • Dörfer, Großstädte, Parks und Wälder

  • Sommerquartiere und Wochenstuben in von außen zugänglichen Spalten im Siedlungsbereich, Einzeltiere in kleinsten Spalten

  • Winterquartiere in tiefen Mauer- und Felsspalten oder Kellern

  • Jagd in Gärten, über Teichen, an Waldrändern etwa 1 - 2 km vom Quartier entfernt

  • Entfernung von Sommer- zu Winterquartieren kaum über 10 - 20 km
Breitflügelfledermaus
Eptesicus serotinus
  • im Bereich menschlicher Siedlungen mit Parks, Gärten und Wiesen

  • Sommerquartiere meist verdeckt in Dachstühlen

  • Winterquartiere in Höhlen, Stollen oder Kellern

  • Jagd an Waldrändern, Weiden sowie um Straßenlaternen bis zu 6 - 8 km vom Quartier entfernt

  • Sommer- zu Winterquartier meist in näherer Umgebung
Große Bartfledermaus
Myotis brandtii
  • Siedlungen, Parks, Wälder, Gärten und Dörfer, möglichst mit Gewässernähe

  • Sommerquartiere in schmalen Spalten, Fledermauskästen

  • Winterquartiere in Höhlen, Stollen und Kellern

  • Jagd bevorzugt in niedriger bis mittlerer Höhe in nicht zu dichtem Waldbestand oder über Gewässern
Kleine Bartfledermaus
Myotis mystacinus
  • Parks, Gärten und Dörfer

  • Sommerquartiere in Spalten an Häusern

  • Winterquartiere in Höhlen

  • Jagd in allen Biotopen, bevorzugt aber offensichtlich Fließgewässer

  • Winterquartiere oftmals in Nähe der Sommerlebensräume, jedoch auch wanderfähig
Wasserfledermaus
Myotis daubentonii
  • Parks, Wälder, möglichst mit Gewässernähe

  • Sommerquartiere in Baumhöhlen, aber auch auf Dachböden

  • Winterquartiere in Höhlen, Stollen, Kellern und Bunkern

  • Jagd vornehmlich über der Wasseroberfläche, aber auch um Bäume herum
Großes Mausohr
Myotis myotis
  • lichte, baumbestandene Landschaften sowie Parks

  • Sommerquartiere und Wochenstuben auf warmen Dachböden, Kirchtürmen, Baumhöhlen und Nistkästen

  • Winterquartiere in Höhlen, Stollen und Kellern

  • Jagd in Parks und offenen Landschaften

  • wanderfähig, Entfernung Sommer- zu Winterquartieren meist um 50 km
Großer Abendsegler
Nyctalus noctula
  • Wälder und größere Parks

  • Sommerquartiere in Baumhöhlen

  • Winterquartiere in dickwandigen, tiefen Felsspalten oder Mauerrissen

  • Jagd vornehmlich im freien Luftraum über Wiesen, Seen, Müllplätzen und Baumkronen bis zu 6 km vom Quartier entfernt

  • wandernd (bis zu 2400 km)
Kleiner Abendsegler
Nyctalus leisleri
  • Wälder und größere Parks

  • Sommerquartiere in Baumhöhlen und Fledermauskästen

  • Winterquartiere in Baumhöhlen, Spalten an/in Gebäuden

  • Jagd hoch über Wiesen, Seen und Baumkronen

  • wandernd (bis zu 1050 km)
Braunes Langohr
Plecotus auritus
  • aufgelockerte Laub- und Nadelwälder, Parks und Gärten

  • Sommerquartiere in Baumhöhlen, Fledermauskästen und Dachböden

  • Winterquartiere in Kellern, Höhlen und Stollen

  • Jagd in geschlossenen Waldbeständen und parkartigen Strukturen bei einer durchschnittlichen Jagdreviergröße von 4 ha

  • nur wenige km zwischen Sommer- und Winterquartier