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Fledermäuse in der Stadt: Beispiele

© Dr. B. Hoppe-DominikAltbauten im östl. Ringgebiet

Das Stadtbild Braunschweigs ist deutlich durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges geprägt. Viele Stadtteile mussten in den Nachkriegsjahren wieder aufgebaut werden. Für die Untersuchung der Fledermäuse im innerstädtischen Bereich wurden Gebiete ausgewählt, bei denen alte Bausubstanz mit städtischen Parkanlagen verzahnt ist. Die hier dargestellten Untersuchungsgebiete sind das östliche Ringgebiet, der Inselwall und der Theater- und Museumspark. Diese innerstädtischen und durch den Menschen beeinflussten Gebiete nehmen eine Sonderstellung im Hinblick auf ihre Bedeutung als Lebensraum für Fledermäuse ein. Durch die naturfremden Strukturen und das im Vergleich zum Umland meist veränderte Stadtklima stellen sie andere Lebensbedingungen dar, als sie die spezialisierte Fledermaus oftmals benötigt.

Die Auswertung von Altdaten über Fledermausmeldungen für den Zeitraum zwischen 1986 und 1990 hat für das gesamte Stadtgebiet von Braunschweig 97 Kontakte ergeben. Hierbei dominierte die Zwergfledermaus mit fast 80 Meldungen, gefolgt von der Breitflügelfledermaus mit acht Meldungen. Bei der Betrachtung der Verteilung der Meldungen zeigte sich, dass aus dem östlichen Ringgebiet zwei Drittel der Meldungen stammten. Interessanterweise konnte auch die Zweifarbfledermaus für Braunschweig nachgewiesen werden.


Verteilung auf das Stadtgebiet
Arten östliches
Ringgebiet
Inselwall übriges
Stadtgebiet
insgesamt
Zwergfledermaus 61 1 18 80
Breitflügelfledermaus 3 0 5 8
Großes Mausohr 0 0 1 1
Wasserfledermaus 0 0 4 4
Zweifarbfledermaus 0 0 1 1
Großer Abendsegler 3 0 0 3
Kontakte insgesamt 67 1 29 97

Das Untersuchungsgebiet im östlichen Ringgebiet wurde auf interessante städtische Parkanlagen (Prinzenpark, Stadtpark, Park um den Wasserturm) und den Stadtbereich, der im Norden durch die Heinrichstraße, im Osten durch den Prinzenpark und im Süden durch die Georg-Westermann-Allee sowie im Westen durch die Oker begrenzt wird, beschränkt. Die Siedlungsstruktur in diesem Gebiet wird durch drei- bis vierstöckige Wohnhäuser, die Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts erbaut worden sind, geprägt. Vereinzelt kommen auch Bereiche mit Ein- bis Zweifamilienhäusern vor. Das östliche Ringgebiet ist mit zum Teil ausgedehnten und mit großen Bäumen begrünten Hinterhöfen sowie einem gut entwickelten Baumbestand entlang vieler Straßen ausgestattet. Die vorhandenen Parkgebiete werden intensiv zur Naherholung genutzt.

Am Inselwall wurden neben der gleichnamigen Straße und dem angrenzenden Park Löbbeckes Insel auch die angrenzenden Wohnbereiche in die Untersuchung einbezogen. Im Norden und Nordosten beherrschen mehrstöckige vorwiegend Ein- bis Zweifamilienhäuser mit zum Teil ausgedehnten Gärten zu finden sind. Der Inselwall ist von zum Teil sehr alten Platanen und sehr breiten Baumstreifen gesäumt.

Auch das Fledermausvorkommen im Museums- und Theaterpark wurde betrachtet. 2004 wurden hier 40 neue Fledermauskästen aufgehängt, die u.a. als Ersatzwohnstätten für umgesiedelte Fledermäuse aus dem ehemaligen nunmehr bebauten Schlosspark dienen. Die Kästen befinden sich in etwa 4 bis 5 Meter Höhe vorwiegend im östlichen Teil der Parkanlagen.