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Stadt: Empfehlungen für Maßnahmen

© Dr. B. Hoppe-DominikPlatanen am Inselwall

Der Lebensraum für Fledermäuse im Stadtgebiet von Braunschweig ist durch verschiedene Faktoren besonders gefährdet. Aufgrund des Alters der mehrstöckigen Wohnhäuser fanden und finden verstärkt Ausbau- und Renovierungsmaßnahmen im Dachstuhlbereich bzw. an Verkleidungen statt. Dadurch kommt es häufig zur direkten Zerstörung von potenziell quartiergeeigneten Bereichen oder auch Einsatz von zum Beispiel fledermausschädlichen Holzschutzmitteln oder Nutzung von für den Fledermauseinflug ungeeigneten Dachziegeln.

Im Bereich der Hinterhöfe ist in Teilbereichen eine Überalterung des Baumbestandes festzustellen. Nach dem Absterben kommt es häufig nicht zu Ersatzpflanzungen, sodass die strukturelle Vielfalt dieser Bereiche reduziert wird und damit auch die Bedeutung als potenzielle Jagdhabitate der Fledermaus vermindert wird. Zu wichtigen Empfehlungen für Maßnahmen im städtischen Bereich zählen daher:

  • Aktivitäten für den Quartierschutz und die Entwicklung von Quartieren, insbesondere von Spaltenquartieren und im Außenbereich von Häusern,
  • Erhalt und Entwicklung von Jagdgebieten durch Parkentwicklung, Anpflanzung von einheimischen Sträuchern, Gebüsch- und Baumpflanzungen, Förderung von gewässerbegleitenden Vegetationen und innerstädtischen Grünzonen,
  • Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungsarbeit zum Fledermausschutz, zum Beispiel durch Informationen zu fledermausgerechten Umbau- und Renovierungsarbeiten, fledermausfreundliche Holzschutzprodukte, Förderung der Zusammenarbeit mit lokalen Naturschutzorganisationen, regelmäßige Führungen durch bedeutende Fledermauslebensräume, Vorträge, Ausstellungen, aktive Einbindung der Bevölkerung bei Fledermauserfassungstätigkeiten,
  • Erhalt alter Baumbestände, wie zum Beispiel der alten Platanenallee am Inselwall und Ausgleich abgestorbener Baumbestände durch Neupflanzungen.