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Grossmuscheln

verschiedene Großmuscheln (© Karsten Grabow)
verschiedene Großmuscheln
(© Karsten Grabow)

In Deutschland kommen sieben Großmuschelarten vor, die zur Überfamilie der Unionacea (Flussmuschelverwandte) gehören und am Boden von Fließ- und Stillgewässern leben. Die Systematik zeigt einen Überblick über ihre Zugehörigkeit innerhalb der Unionacea.

Bestandssituation

Flussmuschelverwandte (Unionacea)

Der Name Großmuschel beruht auf ihrer Schalengröße, welche eine Länge bis zu 30 Zentimeter betragen kann. Im Inneren der zwei kalkhaltigen Schalen, die am Rücken durch ein elastisches Band zusammengehalten werden, befindet sich der so genannte Weichkörper. Einen großen Teil dieses Weichkörpers nehmen die Kiemen ein, welche zur Sauerstoffversorgung und der Ernährung dienen.

Die Nahrung wird in Form von Algen oder feinem, zerfallendem organischen Material aus dem Wasser gefiltert. Dabei saugt die Großmuschel Wasser über eine große Einströmungsöffnung am Schalenende ein und lässt es gleichmäßig über die gitterförmigen Kiemenblätter zirkulieren. Unverdauliche Reste werden mit dem verbrauchten Atemwasser über die Ausströmungsöffnung wieder nach außen transportiert. Auf diese Weise filtern die Großmuscheln Schwebstoffe aus dem Wasser und fügen unverdauliche Bestandteile dem Sediment hinzu, wodurch diese Tiere eine wichtige Rolle für die Selbstreinigung von Gewässern einnehmen.

Da die Mobilität als erwachsene Tiere nur gering ist, sind die Großmuscheln auf stabile Gewässerbedingungen angewiesen. Nur das Larvenstadium, welches parasitisch an Fischen zugebracht wird, dient der Ausbreitung über größere Strecken und macht sie vom Vorkommen bestimmter Fischarten abhängig.

Die Bestandssituation dieser auch als Najaden bezeichneten Formen wird allgemein als rückläufig angegeben. Alle Arten befinden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands. Im Stadtgebiet Braunschweig war das Vorkommen von sechs Flussmuschelarten noch um 1900 belegt. Die siebte Art, die Flussperlmuschel Margaritifera margaritifera, fehlt im Stadtgebiet.

Durch zunehmende Verschmutzung, Verbauung und Umgestaltung der Gewässer haben sich die Lebensbedingungen der Muscheln verschlechtert und die Artenzahl schrumpfte. Ziel einer im Jahr 1998 durchgeführten Untersuchung war es, die Bestandssituation der Muschelarten im Stadtgebiet von Braunschweig festzustellen, um Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zu verbessern. Ausgewählte Ergebnisse dieser Untersuchung sind im Folgenden aufgeführt.