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Haselmaus (Muscardinus avellanarius)

© F. Leo/T. PröhlHaselmaus

Die Haselmaus besitzt mit einer Gesamtlänge von etwa 14 cm etwa mausgroße Gestalt, wovon fast die Hälfte auf den Schwanz fällt. Bei ihr handelt es sich daher um den zierlichsten Vertreter der hier behandelten Schlafmausarten. Sie hat eine gelbrötliche Fellfärbung auf der Oberseite, die Unterseite ist weiß. Die Augen sind häufig von dunklen Ringen umgeben. Im Vergleich mit den beiden anderen Schlafmausarten im Untersuchungsgebiet stellt die Haselmaus die geringsten Ansprüche in Bezug auf den Lebensraum. Lediglich geschlossene Waldbestände werden von ihr gemieden.

Das Tier baut ein kugelförmiges, etwa faustgroßes Nest aus Gras, Moos, Blättern und Tierhaaren in etwa ein bis zwei Meter Höhe. Der Großteil der Fundorte liegt an mit Büschen bewachsenen Hängen, Wiesenlandschaften, Waldlichtungen oder Waldrändern. Ein typisches Kennzeichen der von ihr bewohnten Lebensräume ist eine starke Sonneneinstrahlung sowie ein hoher Anteil an jungen Bäumen und Büschen. An Waldrändern kommen kennzeichnende Bestandspflanzen wie Hasel, Holunder, Heckenrose, Weißdorn, Schlehe oder Kornelkirsche hinzu. Als charakteristisch für alle Standorte muss eine dichte Bodenbedeckung mit Brombeer- und Himbeersträuchern sowie krautigen Pflanzenbeständen angesehen werden.

Die Haselmaus ist in der Lage, tiefer in Waldbestände einzudringen, wenn eine gut ausgebildete Strauchschicht vorhanden ist. Das Vorhandensein von Altholzbeständen ist nicht von Bedeutung, da die Haselmaus als einzige unter den europäischen Schlafmäusen freistehende Schlafnester baut. Als Tagesversteck werden gerne Nistkästen genutzt, was eine Besiedlung auch weniger optimaler, unterholzärmerer Gebiete ermöglicht.

Ihren Nachwuchs von drei bis vier Jungtieren bekommt die Haselmaus bereits Anfang Juni. Das Nest für den Winterschlaf legt sie in geschützten Erdlöchern oder in aufgehäuftem Laub an. Während des Winterschlafes von Oktober bis Mai zehrt sie von angelegten Fettpolstern.