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Problematik

Das Naturschutzgebiet Riddagshausen wird schon seit vielen Jahren durch die Stadt Braunschweig gepflegt und weiterentwickelt. Zum Beispiel wurden mehrere Stillgewässer angelegt, Teilentschlammungen durchgeführt sowie der Legdenanger zur ökologischen Aufwertung des Gebietes saniert und in seiner alten Landschaftstruktur wieder hergestellt.

Auch Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität von Zuflüssen zum Schapenbruchteich wurden in Angriff genommen. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens entstand die Renaturierung der Weddeler Grabenniederung. Großflächige Landankäufe wurden zum Zwecke der Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung in diesem Gebiet getätigt. Die allgemeine Verbesserung der Gewässerstruktur und der ökologischen Leistungsfähigkeit des Weddeler Grabens konnte so optimiert und die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in den Teich reduziert werden. Heute werden alle landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung des Schapenbruchteiches nur noch extensiv und auf der Grundlage naturschutzorientierter Pachtverträge bewirtschaftet.

Darüber hinaus ist nördlich des Schapenbruchteiches ein Regenrückhaltebecken unter naturschutzfachlichen Zielsetzungen angelegt worden. Dieses Becken hat die Funktion, Oberflächenwasser aus den angrenzenden Siedlungsgebieten im Hinblick auf darin enthaltene Schadstoffe - vor allem Schwermetalle - vorzuklären und somit den Schadstoffgehalt des aus dieser Quelle zufließenden Wassers zu vermindern.

Trotz aller Bemühungen konnte in den vergangenen Jahrzehnten eine zunehmende Verlandung des Teiches beobachtet werden. Eine Schlammschicht hatte sich 20-30 cm - stellenweise sogar bis 70 cm - auf dem Teichboden abgelagert und das bei einer Wassertiefe von im Mittel nur einem Meter.

In warmen Sommermonaten war eine übermäßige, für die Teichfauna kritische Sauerstoffzehrung zu beobachten, die zeitweise sogar zu massivem Fischsterben führte. Die natürlichen Verlandungsprozesse verstärkten sich durch Nährstoffeinträge aus benachbarten landwirtschaftlichen Flächen und anderen Quellen. In manchen Jahren war auch die Ausbildung von Algenteppichen als Folge der hohen Nährstoffbelastung festzustellen.

Regelmäßiges Fischsterben ist zu beobachten gewesen (© Dr. Bernd Hoppe-Dominik)
Regelmäßiges Fischsterben ist zu beobachten gewesen
(© Dr. Bernd Hoppe-Dominik)
Zunehmend häufige Algenteppiche im Spätsommer als Folge der Nährstoffbelastung (© Dr. Bernd Hoppe-Dominik)
Zunehmend häufige Algenteppiche im Spätsommer als Folge der Nährstoffbelastung
(© Dr. Bernd Hoppe-Dominik)

Um die Verschlammung des Schapenbruchteiches zu vermindern wurde bereits im Winter 1995/96 das Teichwasser im Sinne der früher üblichen „Sommerung“ und „Winterung“ abgelassen und zusätzlich kleinräumig Schlamm entfernt. Diese Maßnahme führte zunächst zu einer leichten Verbesserung der Wasserqualität, die jedoch nur zeitlich begrenzt vorhielt.

Erste Maßnahmen werden bereits im Winter 1995/96 durchgeführt (© Dr. Bernd Hoppe-Dominik)
Erste Maßnahmen werden bereits im Winter 1995/96 durchgeführt
(© Dr. Bernd Hoppe-Dominik)

Es mussten dringend weitere Abhilfemaßnahmen ergriffen werden. Die offenen Wasserflächen drohten dauerhaft als Lebensraum für einheimische Pflanzen- und Tierlebensgemeinschaften verloren zu gehen. In enger Abstimmung der Stadt Braunschweig als Unterer Naturschutzbehörde mit der damaligen Bezirksregierung als Oberer Naturschutzbehörde wurde ein Konzept zur Entschlammung des Schapenbruchteiches entwickelt und im Jahr 2003 durch die Stadt Braunschweig umgesetzt.

Stand: April 2007