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Vorstudie zum Hochwasserschutzkonzept

Vor dem Hintergrund des Maihochwassers 2013 hatte die Stadt Braunschweig den Wasserverband Mittlere Oker mit der Erstellung einer Vorstudie für das Hochwasserschutzkonzept 2014 beauftragt. In dieser von dem externen Gutachter vorgelegten Vorstudie wurden die vorhandenen Unterlagen recherchiert, aufbereitet und analysiert. Dies erfolgte mit Unterstützung durch die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH.

Im Ergebnis konnte der Gutachter feststellen, dass die vorhandene Datenlage wesentlich besser als erwartet ist, so dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit einer vertieften Bearbeitung begonnen werden kann.

Für Braunschweig können die vom Land Niedersachsen für die Ermittlung der Überschwemmungsgebiete gesammelten Daten und die hydraulischen Modelle genutzt werden. Die Modelle wurden durch den Abgleich mit Unterlagen zu abgelaufenen Hochwasserereignissen (u. a. 1946, 2002 und 2013) verifiziert, um die Schwerpunkte des künftigen Handelns festzulegen.

Wesentlicher Punkt der Vorstudie war die Entwicklung eines Bewertungsrahmens für die zu planenden Hochwasserschutzmaßnahmen: Ausgehend von einer Nutzen-Kosten-Berechnung wird eine Gewichtung der Projekte u.a. über die Gefährdungsintensität (d. h. Berücksichtigung von Wasserstand und Fließgeschwindigkeit des Hochwassers) und die Realisierbarkeit (d. h. Verfügbarkeit der benötigten Flächen) erfolgen.

Im Hochwasserschutzkonzept wird das Augenmerk neben dem Hochwasserrisiko an den größeren Gewässern (Oker, Schunter, Wabe/Mittelriede) auch auf die Gefährdungslage infolge kleinräumiger Starkregen-/Sturzflutereignisse gelegt werden. Nach Angaben der deutschen Versicherungswirtschaft resultiert inzwischen fast die Hälfte der regulierten Überflutungsschäden im Bundesgebiet aus derartigen lokal begrenzten Extremereignissen. Abschließend werden die zu erwartenden Folgen des Klimawandels und ihre lokalen Auswirkungen bewertet. Neben technischen Hochwasserschutzmaßnahmen soll auch der Status der nicht-baulichen Hochwasservorsorge verbessert werden – u. a. durch eine zielgerichtete Vorbereitung der Gefahrenabwehrkräfte und durch eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung.

Ziel ist es, das Hochwasserschutzkonzept einschließlich der o. g. Prioritätenliste nach Abschluss der Bearbeitung zu präsentieren und anschließend die Prioritätenliste nach Zustimmung der politischen Gremien in Abhängigkeit von den finanziellen und personellen Möglichkeiten abzuarbeiten.