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Restlos zufrieden

Lebensmittel gehören auf den Tisch. Wohin denn auch sonst? Eine Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2012 belegt jedoch einen ganz anderen Weg vieler Nahrungsmittel. Diese durch das frühere Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförderte Arbeit zeigt, dass jeder Bundesbürger im Jahr durchschnittlich mehr als 50 Kilogramm eigentlich noch genießbare Lebensmittel wegwirft.

Aus Sicht der Abteilung Abfallwirtschaft der Stadt Braunschweig ist das eindeutig zu viel. In Zusammenhang mit der diesjährigen Europäischen Woche der Abfallvermeidung vom 21. bis zum 29. November thematisiert sie daher Lebensmittelverschwendung in Privathaushalten und hat dazu eine Resterezeptsammlung in Form eines kleinen Kochbuches aufgelegt.


Zum Hintergrund:
Auslöser für die Wahl des Themas „Lebensmittelverschwendung“ war die Erkenntnis, dass der eigene private Kühlschrank regelmäßig unbeabsichtigt zum Tatort eigentlich vermeidbarer Le-bensmittelverschwendung wird. Denn dort geben sich gerne übriggebliebene Nudeln, nicht mehr ganz taufrisches Gemüse, vor Wochen gekaufte Joghurts, leicht wellige Wurst und mehrere fast leere Tiefkühlpackungen ein munteres Stelldichein. Was soll ich bloß damit noch anstellen? Hier ist Kreativität gefragt, in der Realität fällt die Entscheidung aber ganz oft nach dem Motto „das bisschen…“ zugunsten des Mülleimers.

Insbesondere empfindliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse, aber auch Molkereiprodukte werden häufig weggeworfen statt gegessen zu werden. Ein welkes Blatt am Salatkopf oder eine unansehnliche Druckstelle am Apfel sind oftmals schon Grund genug, um sie in den Müll zu werfen. Aber die wenigsten Lebensmittel, die im Müll landen, gehören tatsächlich dorthin. Wirklich verdorbene, nicht mehr gefahrlos essbare Lebensmittel stellen den kleinesten Anteil der Lebensmittelabfälle aus privaten Haushalten dar. Ganz oft werden Produkte weggeworfen, auf die wir keinen Appetit mehr haben, die nicht mehr ansehnlich sind – wie eine Scheibe Wurst mit leicht angetrocknetem Rand oder eine bräunliche Banane. Ohne sich weitere Gedanken zu machen, werden auch Milchprodukte etc. weggeworfen, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.