Brigitte Kowanz - Light Steps

Brigitte Kowanz, Light Steps (1990/2019), Visualisierung: Studio Brigitte Kowanz

Die Light Steps sind eine zentrale Arbeit im Werk von Brigitte Kowanz, die bereits beim ersten Parcours im Jahr 2000 mit einer Arbeit vertreten war. Für den Lichtparcours 2020 würde die Lichtkünstlerin die Light Steps (deutsch: Lichttreppe) erstmals im Außenraum zeigen. Hintereinander hängende, weiß leuchtende Neonröhren suggerieren durch die Anbringung in gleichmäßigen Abständen und Höhen eine Treppe. Doch wo führt diese Treppe hin? Die Light Steps öffnen Fragen im Hinblick darauf, inwieweit Licht Architektur und Raum sein, simulieren, be- und ausgrenzen kann. Einerseits markieren die Röhren eine zusammenhängende Form, andererseits können Besuchende diese auch durchdringen und von verschiedenen Blickwinkeln immer neue Formen erkennen. Denkt man die Arbeit aus gestalttheoretischer Perspektive, dann wird die zunächst als Ganzheit erscheinende leuchtende Treppe zur Linie, zur verräumlichten Zeichnung, zum Raum an sich. Ist es ein Raum, der den umgebenden Bereich aufgrund seiner architektonischen Struktur öffnet, der begrenzt und dem vorhandenen (Ausstellungs-)Raum einen realen oder virtuellen Raum entgegensetzt? Und ist es nicht Licht, das uns überhaupt erst ermöglicht, Raum, Form und Farben zu erkennen? All diese Fragestellungen beschäftigen Brigitte Kowanz in ihren lichtinstallativen Arbeiten, mit denen sie versucht, das nichtgreifbare Licht in seiner Luzidität, Transparenz und Immaterialität in eine Form zu bringen, die deutlich macht, dass das Phänomen Licht mehr als ein Lichtkörper ist.

Zur Künstlerin

© Foto: Michaela Heyse (Stadt Braunschweig)Brigitte Kowanz, Light Steps (1990/2019),Entwurfsausstellung

Licht wird bei Brigitte Kowanz (*1957 in Wien) sowohl zur Sprache als auch zum Code. Dabei geht es ihr nicht nur um formal-ästhetische Aspekte, vielmehr beginnt ihre Auseinandersetzung mit Licht in der Physik, dem Versuch, Licht als elektromagnetische Wellen bzw. Strahlungen von künstlerischer Seite zu begreifen. Auch deshalb konzentriert sich die Künstlerin auf die Arbeit mit sogenanntem weißen Licht. Neben dem realen Raum ist auch der virtuelle Datenraum für die Künstlerin ein Kosmos, den sie durch das skulpturale Aufgreifen von Morsecodes und Schlüsseldaten hiesiger Internetkonzerne durchdringt. Seit 1997 hat sie die Professur für Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien inne. Permanente Installationen sind u. a. im Dorotheum in Wien, in der Europäischen Zentralbank in Luxemburg und dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz zu sehen. Die Albertina in Wien widmete 2018 Brigitte Kowanz eine Einzelausstellung, ebenso das Kunstmuseum Celle.

Ausstellungen (Auswahl)

2019   Brigitte Kowanz, Museum der bildenden Künste, Leipzig

2018   Brigitte Kowanz, Kunstmuseum Celle, Celle (solo)

            Contemporary Art, Albertina, Wien, Österreich (solo)

2017   Österreichischer Pavillon, 57. Internationale Kunstausstellung, La Biennale di                            Venezia, Venedig, Italien

            Open Codes – Leben in digitalen Welten, ZKM, Karlsruhe

2015   Spot an! Lichtkunst von Flavin, Kowanz, Morellet, Nannucci u. a., Kunsthalle             Weishaupt, Ulm

            Light Show, Sharjah Art Foundation, Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate

            Light Show, Museum of Contemporary Art, Sydney, Australien

2014   Light Show, Auckland Art Gallery, Neuseeland

            Die andere Seite. Spiegel und Spiegelungen in der zeitgenössischen Kunst,             Belvedere, Orangerie, Wien, Österreich

2013   Lightshow, Hayward Gallery, Southbank Centre, London, Großbritannien

            Transmissions, Bryce Wolkowitz Gallery, New York City, New York, USA (solo)

2012   Neon – La materia Iluminosa dell`arte, MACRO, Museo d`Arte Contemporanea,             Rom, Italien

2011   in light of light, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Österreich (solo)

2010   Now I See, MUMOK – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, Österreich                                                                                                                                                     (solo) 

2008   Intervention, Oberes Belvedere, Wien, Österreich (solo)

2005   Postmediale Konditionen, Joanneum, Graz, Österreich

2001   Austrian Contemporary Art Exhibition, ShanghaiArt Museum, Shanghai, China

2000   Art/light, Galerie Beyeler, Basel, Schweiz

            Farbe zu Licht, Fondation Beyeler, Basel, Schweiz

1997   Magie der Zahlen, Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart   

1996   Kunst aus Österreich 1896–1996, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik                 Deutschland, Bonn

1995   Self Construction, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig – Museum des 20.             Jahrhunderts, Wien, Österreich;

            Neuer Berliner Kunstverein (NBK), Berlin

1993   Brigitte Kowanz, Wiener Secession, Wien, Österreich (solo)

1990   Biennale of Sydney, Sydney, Australien

1989   Prospect, Kunstverein Frankfurt, Frankfurt am Main

1987   Biennale, São Paolo, Brasilien

1984   Aperto, Biennale di Venezia 1984, Venedig, Italien

1981   Heute, Westkunst, Köln

1980   Nuove Imagine, Triennale, Mailand, Italien