FORT & Anna Jandt - Drowning Lights

FORT & Anna Jandt, Entwurf: Drowning Lights, Visualisierung: FORT

Das Künstlerduo FORT realisiert zusammen mit Gründungsmitglied Anna Jandt die Arbeit Drowning Lights (deutsch: ertrinkende Lichter), eine Inszenierung, die mit dem Bild überschwemmter Landschaften spielt. Einzelne Modelle Braunschweiger Straßenlaternen sind „bis zum Hals“ in der Oker versenkt und schauen nur noch mit ihren leuchtenden Köpfen heraus. Das Aufgreifen von üblichen Laternen, die das umliegende Stadtbild mitbestimmen, und der Titel erlauben dabei ein Spiel verschiedener Narrative: Ist der Flusslauf eine längst versunkene Straße, die nun unter der Wasseroberfläche verborgen liegt? Oder hat hier eine Laterne das Weite gesucht und ist bei der Überquerung der Oker stecken geblieben? Die Dramatik, die in der Arbeit mitschwingt, verliert sich an der Grenze der Glaubwürdigkeit und wandelt sich zu einer geheimnisvollen und epischen Szene. Insbesondere in der Nacht, im Zusammenspiel von Licht und spiegelnder Wasseroberfläche, entfaltet sich der zunächst dystopische Eindruck der Drowning Lights zur poetischen Assoziation und zum romantischen Aphorismus. Der Werktitel könnte aber auch Songtitel einer Grunge-Band der 1990er-Jahre sein oder der Titel eines Dokumentarfilms. Die begonnene Geschichte von Drowning Lights weiterzuerzählen, ist den Besucherinnen und Besuchern überlassen.

Über FORT und Anna Jandt

© Foto: Michaela Heyse (Stadt Braunschweig)FORT & Anna Jandt, Entwurf: Drowning Lights, Entwurfsausstellung

Das Künstlerkollektiv FORT wurde 2008 von Alberta Niemann (*1982 in Bremen), Anna Jandt (*1980 in Bremen) und Jenny Kropp (*1978 in Frankfurt am Main) gegründet. Seit 2013 machen Jenny Kropp und Alberta Niemann als Künstlerduo weiter. Drowning Lights ist seitdem die erste Zusammenarbeit von FORT und Anna Jandt. Die Arbeiten von FORT sind meist installativ und kontextbezogen und funktionieren wie Reminiszenzen filmischer Erzählungen, die den Besucher häufig in einer Irritation oder leichten Beunruhigung lassen. Einfache Setzungen, wie die Drowning Lights, gehören ebenso wie komplexe skulpturale Rauminstallationen zu ihrem Repertoire. Ihr schwarzer Humor und die Leichtigkeit, mit der sie das fassadenhaft Trügerische, einen Fake, inszenieren, sind charakteristisch. Alberta Niemann und Jenny Kropp leben und arbeiten in Berlin. Zuletzt zeigte die Galerie Sies + Höke in Düsseldorf eine Ausstellung des Duos. Der Hamburger Kunstverein widmete ihnen 2018 eine Einzelausstellung.

Ausstellungen (Auswahl)

2018 Sweet Sickness, Sies + Höke, Düsseldorf Night Shift, Hamburger Kunstverein, Hamburg (solo) Rinnzekete bee bee nnz krr müü, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden

2017 Limbo, Langen Foundation, Neuss Leck, Art Basel Unlimited, Basel, Schweiz (solo) I’m not here to make friends, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg Rumors of Glory, Basis, Frankfurt am Main Night Shift, Casino Luxembourg – Forum d’ art contemporain, Luxemburg (solo)

2016 The School of Art, Science and Technical Classes, Mostyn, Wales, Großbritannien (solo) Retired, Cremer-Preis 2016, LWL – Museum für Kunst und Kultur, Münster (solo) Karl Schmidt-Rottluff Stipendium. Die Ausstellung 2016, Kunsthalle Düsseldorf Kunstpreis der Böttcherstraße, Kunsthalle Bremen

2015 The Daily Sun, Artothek, Köln (solo) Im Inneren der Stadt, GAK Gesellschaft für aktuelle Kunst, Bremen Letztes Jahr in Marienbad. Ein Film als Kunstwerk, Kunsthalle Bremen, Bremen Shift, Kestner Gesellschaft, Hannover (solo)

2014 creatio continua, Haus der Kunst, München Krankheit als Metapher, Kunsthaus, Hamburg One night stand #1, KW Institute For Contemporary Art Berlin, Berlin

2013 Morgen Letzter Tag, Kunsthaus Dresden, Dresden (solo) Only To Melt, Trustingly, Without Reproach, Skuc gallery, Ljubljana, Slowenien Fremd & Eigen, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Österreich Risk Society, Moca Museum of Contemporary Art, Taipei, Taiwan (Re-)Production, Muzeum Sztuki, Lodz, Polen Skizze einer Generation am Ende der Geschichte, Motorenhalle Dresden, Dresden

2012 One On One, KW Institute for Contemporary Art, Berlin The Collective Eye, Centro de Exposiciones Subte, Montevideo, Uruguay

2010 Fort Hatchery Works, FHW Fernheizwerk Neukölln in Kooperation mit KW Institute for Contemporary Art, Berlin (solo)

2009 Point Gray, Neues Museum Weserburg, Bremen (solo) Hotel Marienbad, KW Institute for Contemporary Art, Berlin (solo)