Sven-Julien Kanclerski - stranded drifter

© Foto: Michaela Heyse (Stadt Braunschweig)Sven-Julien Kanclerski, stranded drifter (2019), Modell der Entwurfsausstellung

Für den Lichtparcours 2020 begibt sich Sven-Julien Kanclerski auf eine künstlerische Materialrecherche und geht den formalen Möglichkeiten von Recyclingprozessen auf die Spur. Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht ein Interesse an einem künstlerischen Weiterverarbeitungs-verfahren bereits genutzter Kunststoffe und dessen Bezug zur popkulturellen Ästhetik. Die thematische Annäherung an die Formulierung von Plastik als bildhauerisches Material ist für ihn eine Konsequenz aus seinen Alltagsbeobachtungen. Für diese Arbeit im Rahmen des Lichtparcours ist es sein Anliegen, dem Kunststoff mit seiner Halbwertszeit und seinen ästhetischen Eigenschaften eine zweite Form zu geben. In der Entwurfsausstellung ist es ein von innen leuchtender Körper. Ursprünglich als zufällige, freie zeichnerische Figur entstanden, hat dieses sogenannte „Doodle“ durch die künstlerische Bearbeitung Kanclerskis verschiedene Transformationen und Interpretationen erfahren. stranded drifter (deutsch: gestrandeter Herumtreiber) ist aus einem Patchwork verschiedener recycelter Materialien zusammengefügt. Als sogenannte Drifter werden u. a. wasserfeste Tragetaschen bezeichnet. Insofern referiert die Arbeit auch auf herumliegendes oder gestrandetes Plastik. Dieses findet hier als trockengelegte glimmende große Boje, einem Wellenbrecher oder einer geheimnisvollen Weltraumkapsel gleich, seine neue Form.

Zum Künstler

Der bildhauerische Ansatz von Sven-Julien Kanclerski (*1988 in Langenhagen) basiert auf seinem Interesse an architektonischen und zeichnerischen Formen, die sich räumlichen Gegebenheiten anpassen und gleichzeitig diese neu behaupten. Es sind oft starke körperhafte Gebilde, die das gesamte Volumen aus- oder die vorhandene Architektur auflösen. Baustellen, Industriebrachen, architektonische, materielle Texturen und Strukturen sind seine Inspirationsquelle. Ebenso veranlassen ihn im Alltag fotografisch festgehaltene Momente, in denen er Oberflächen und Konstruktionen sammelt, zu bildhauerischen Interpretationen. Das Modulare, welches auch das Spielerische seiner Arbeiten ausmacht, ist in vielen seiner Werke wesentlich. Sven-Julien Kanclerski studierte an der HBK Braunschweig bei Björn Dahlem und Thomas Rentmeister, wo er 2018 diplomierte und 2019 mit dem Meisterschüler abschließt. Er lebt in Hannover. Zuletzt war seine Arbeit in der Centrespace Gallery in Bristol und im Rahmen der Meisterschülerausstellung Hannover Rück SE zu sehen.

Ausstellungen (Auswahl)

2019 Elsewhere is here: Anderswo ist hier, Centrespace Gallery, Bristol, Großbritannien Meisterschüler 2019, Hannover Rück SE, Hannover

2018 i take the turtle one, Square Gallery Chelsea College, London, Großbritannien (solo) ACHT, Kubus Gallerie, Hannover Fremd-Anamnesis, Stillpoint Spaces, Berlin I BELIEVE, Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig (solo) Elsewhere is here: Anderswo ist hier, TURBA Gallery, Hannover In Situ, Kunstverein DIE H_LLE, Braunschweig Interiora Patent, Rittergut Lucklum, Lucklum

2017 Revisited, Hallenbad Kunstschaufenster, Wolfsburg Re-Formation/ART-Figura, Perla Castrum, Schwarzenberg Operation Lagune, Konnektor, Hannover

2016 Piano Piano, Niedersächsisches Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Hannover GLAUCA, Hallenbad Kunstschaufenster, Wolfsburg Tight Intersection, GaDeWe, Bremen

2015 1. OG, Kunstraum 53, Hildesheim Kunsthoch 33, UDK, Berlin Linearis, MHH-Kestnerschau, Hannover

2014 Allianzen und Affären, KUK Städte Region, Aachen/Monschau