Johannes Wohnseifer - No Sleep

Johannes Wohnseifer, Modell: No Sleep, Foto: Johannes Wohnseifer

Der Beitrag No Sleep (deutsch: Kein Schlaf) von Johannes Wohnseifer für den Lichtparcours 2020 sieht vor, ausgemusterte Laternen, die vormals im Braunschweiger Stadtraum verwendet wurden, in eine Art künstlichen Schlaf zu versetzen. Mithilfe einer Lichtsteuerung werden die verschiedenen Schlafphasen, bestehend aus Wach- und REM-Phasen (englisch für Rapid-Eye-Movement) über einen Zeitraum von acht Stunden simuliert. Je nachdem, in welchem Schlafrhythmus diese sich befinden, leuchten sie unterschiedlich stark und gleichmäßig. Die Lagerung dieser Laternen in einer Regalkonstruktion erinnert dabei an ein Hochbett, wie man sie auch aus Jugendherbergen oder Kasernen kennt. Wohnseifer spielt damit, Objekte während des „Schlafens“ zu beobachten. Das absurde Bild der nachts im Park schlafenden Laternen steht im Gegensatz zu der üblichen Betrachtungsweise von tagsüber „ruhenden“ und in der Dunkelheit „arbeitenden“ Laternen.

Zum Künstler

Johannes Wohnseifer (*1967 in Köln) schafft in einem assoziativen Spiel aus Material, Format und Inhalt künstlerische Arbeiten, deren glatte und glänzende Ästhetik die der Werbeindustrie aufgreift und damit deren propagandistischen Impetus herausfordert. Es geht ihm darum, den Kern eines Markenimages mit seinen Mythen und Stereotypen offenzulegen. Nicht selten nutzt er in seinen Videoarbeiten, Fotografien, Skulpturen und Installationen dieselben Mittel der Inszenierung, wie sie in der Werbeindustrie genutzt werden. Diese Adaptionen kontrastiert er durch einen Bruch in winzigen Details, die den Kern, die Marke, die Firma, die Berühmtheit, auf eine Hülle reduzieren und als reproduzierbare Oberfläche erscheinen lassen. Johannes Wohnseifer lebt in Köln und ist seit 2007 Professor für Malerei und Skulptur an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, u. a. im Museum Folkwang in Essen, in der Sammlung Christian Boros in Berlin und Sammlung Julia Stoschek in Düsseldorf. Zuletzt waren seine Arbeiten bei KÖNIG LONDON in London (2019) und im Marta Herford in Herford (2017) zu sehen.

Ausstellungen (Auswahl)

2019 I will be dead, KÖNIG LONDON, London, Großbritannien

2017 Revolution in Rotgelbblau _ Gerrit Rietveld und die zeitgenössische Kunst, Marta Herford, Herford Class & Class Conflict, Meliksetian | Briggs, Los Angeles, Kalifornien, USA (solo)

2016 Head & Shoulders, mit Michael Sailstorfer, Galleri K, Oslo, Norwegen (solo) BRD, Haubrok Foundation, Berlin

2015 Artists Against AIDS, Bundeskunsthalle Bonn, Bonn Honey & Money, KÖNIG GALERIE, Berlin (solo)

2014 Johannes Wohnseifer, Plakate 1994–2014, Kölnischer Kunstverein, Köln (solo)

2013 Nur was nicht ist, ist möglich, Fläche und Raum in der Malerei der Gegenwart, Museum Folkwang, Essen European Kunsthalle, Bregenz, Österreich Alienation/Estrangement, Elgiz Museum of Contemporary Art, Istanbul, Türkei

2011 Kompass, Martin-Gropius-Bau, Berlin Holes Filled With Time, Almine Rech, Brüssel, Belgien (solo) ReMap, Athen, Griechenland

2010 White Men, Bulletin Board Program, State University of New York, New York, USA The Thin Commandments, Isolation Room, St. Louis, Missouri, USA (solo)

2009 The Porn Identity. Expeditionen in die Dunkelzone, Kunsthalle Wien, Wien, Österreich

2008 Dressing the Message, Sprengel Museum Hannover, Hannover Vertrautes Terrain – Aktuelle Kunst in und über Deutschland, ZKM, Karlsruhe

2007 Gesellschaftsbilder. Zeitgenössische Malerei, Hamburger Kunstverein, Hamburg Beneath the Underdog, Gagosian Gallery, New York City, New York, USA Moscow Biennial of Contemporary Art, Moskau, Russland

2006 The Triumph of Painting, Part Five, Saatchi Gallery, London, Großbritannien New Alphabet, Casey Kaplan, New York City, New York, USA (solo) 12 Hour Museum, AIT, Tokio, Japan

2005 Post Notes, ICA – Institute of Contemporary Arts, London, Großbritannien Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM – Museum für Neue Kunst, Karlsruhe

2004 CONSUM, talk´n show, Kunstverein Friedrichshafen, Friedrichshafen Firewall, Ausstellungshalle für Zeitgenössische Kunst, Münster; Württembergischer Kunstverein, Stuttgart

2003 Intervention, Sprengel Museum Hannover, Hannover, (solo) Precise Models, Remont, Belgrad, Serbien Deutschemalereizweitausenddrei, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main

2002 Total Überzogen, Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg Kunst nach Kunst, Neues Museum Weserburg, Bremen Prophets of Boom, Kunsthalle Baden-Baden, Baden-Baden

2001 KölnSkulptur 3, Skulpturenpark, Köln Ars Viva 01/02, Museum für Angewandte Kunst Köln, Köln Yokohama Triennale 2001, Yokohama, Japan

2000 Deep Distance, Kunsthalle, Basel, Schweiz Der Stadtstreicher, 2 Centre d'Art Contemporain, Genf, Schweiz (solo) Sneakers, Museum für Design der 60er & 70er Jahre, Köln

1999 German Open, Kunstmuseum Wolfsburg, Wolfsburg Museum, Projektraum, Museum Ludwig, Köln (solo) Wohin kein Auge reicht, Triennale der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, Hamburg

1998 Peter Mertes Stipendium, mit Monika Baer, Bonner Kunstverein, Bonn (solo)

1997 someone else with my fingerprints, David Zwirner Gallery, New York City, New York, USA; Galerie Hauser & Wirth, Zürich, Schweiz

1996 MOMAS, Guard Museum of Modern Art, Syros, Griechenland (solo)

1995 Smells Like Vinyl, Roger Merians Gallery, New York, USA Spindy b, Künstlerhaus Bethanien, Berlin (solo)

1994 Grid Painting With Two Holes, Kunstverein Kippenberger im Museum Fridericianum, Kassel (solo)