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Die Braunschweiger Mumme

Die Braunschweiger Mumme

(Lateinisch: Mumma oder Mumia Brunsvicensium, Englisch: Brunswick Mum, Französisch: Mom de Bronsvic)

Ursprünglich war die Mumme je nach Brauart ein schwach bis stark alkoholhaltiges Bier. Seine Entstehungsgeschichte reicht weit zurück: Die erste nachgewiesene Erwähnung war im Jahre 1390.

Heute ist die Braunschweiger Mumme ein dickflüssiges alkohlfreies Getränk, das ausschließlich aus Malz und Wasser gebraut wird. Weil es sehr süß und zähflüssig ist, genießen nur wenige das Getränk pur - es wird eher als Zusatz für Speisen und Getränke oder zum Kochen verwendet.

Und die Braunschweiger Mumme kann man wirklich für alles verwenden. Bei der Braunschweiger Mumme-Meile wird deutlich, dass man die Menschen nicht nur mit Bier mit Mumme begeistern kann, sondern viele auch von ihrer Vielseitigkeit beim Kochen, Backen, Braten beeindruckt sind. Probieren Sie es selbst! Möchten Sie die Mumme doch als Getränk genießen, versuchen Sie sie entweder pur oder mischen Sie sie mit Bier, Milch, Tee, Selterwasser, etc. Je nach Geschmack variiert dabei die Menge an Mumme, die in das Getränk gegossen wird. Traditionell wird die Mumme mit einem langen Holzlöffel untergerührt.

Mumme und Mumme-Bier

Einst stellten in Braunschweig über 500 Brauereien Mumme-Produkte her, dazu gehörte auch die Firma Nettelbeck, die als einzige noch bis heute Mumme herstellt. Angelehnt an ein Originalrezept aus dem Mittelalter entstand zur Mumme-Meile 2008 wieder ein Mumme-Bier – gebraut nach alter Brautradition als obergäriges Bier kombiniert mit der „Original doppelten Segelschiff-Mumme“. Es hat eine Stammwürze von 15 % und einen Alkoholgehalt von 5,2 % Vol. Das sehr vollmundige Bier wird in einer Bügelflasche angeboten.

Zur Hoch-Zeit der Braunschweiger Mumme unterschied man fünf verschiedene Sorten des Getränks:

1. die einfache oder schlichte Mumme
2. die doppelte Mumme (Diese Variante war viel dicker - fast sirupartig, süß und kräftig. Sie löschte keinen Durst, weshalb sie eher als Ersatz für Kaffee und Tee getrunken wurde. Dazu war es üblich geräucherten Schinken und Braunschweiger Schlackwurst zu essen.)
3. die Kirschmumme, der man zerstoßene Kirschen zusetzte
4. die Erntemumme, die nur im März gebraut und im Mai ausgeschenkt wurde
5. das Mummebier oder Mummedünnbier

Einige Brauer fügten der Mumme verschiedenste Gewürze hinzu. Dies nahm immer mehr ab, bis die heute verwendete Rezeptur von Malz und Wasser erreicht war. Im Mittelalter war die Mumme ein sehr beliebtes Getränk, da sie ausschließlich aus natürlichen Zutaten bestand, einen hohen Energiegehalt aufwies und deshalb eine besonders positive Wirkung auf die Gesundheit hatte.

Dank ihres hohen Alkohol- und Zuckergehaltes war die Mumme in der frühen Neuzeit auch eines der wenigen Nahrungsmittel, die über längere Zeit hinweg für den Verzehr geeignet blieben. Aus diesem Grund eignete sie sich vor allem als Proviant für die langen See- und Entdeckungsreisen des 15. und 16. Jahrhunderts. 1675 wurde die Haltbarkeit der Mumme noch weiter verlängert. Dazu wurde der Alkoholgehalt verdoppelt und die „neue Mumme“ erhielt den Namen „Schiff-Mumme“ oder „Segelschiff-Mumme“. Die Segelschiff-Mumme war eher zäh und dickflüssig - wie Öl - und ähnelte den heute getrunkenen Bieren wenig.

Aus dieser Zeit stammt das auch heute noch verwendete Markenzeichen auf den Mumme-Dosen: ein rundes Siegel mit einem weißen Segelschiff auf blauem Grund.

Die Segelschiff-Mumme, die es heute zu kaufen gibt, entspricht in ihrer Konsistenz zwar noch der Mumme von damals, enthält aber keinen Alkohol mehr. Trotzdem ist sie dank Pasteurisierung immer noch sehr lange haltbar – eine geöffnete Dose, abgedeckt im Kühlschrank gelagert, zwischen 2 und 4 Wochen, geschlossen sogar bis zu 2 Jahren. Erstmals 2008 wurde in Braunschweig auch ein Mumme-Bier gebraut und ist in Flaschen abgefüllt im Handel.

Braunschweiger Segelschiff Mumme H. Nettelbeck KG

Einst stellten in Braunschweig über 500 Brauereien Mumme-Produkte her, dazu gehörte auch die Firma Nettelbeck, die als einzige noch bis heute Mumme herstellt. Der Braunschweiger Leo Basilius übernahm das Rezept im Jahre 1949 von den Geschwistern Nettelbeck und bis heute wird die Braunschweiger Mumme von der Familie Basilius, mittlerweile in der 3. Generation produziert und vertrieben. Die H. Nettelbeck KG ist stolz, nach über 200 Jahren pünktlich zur Mumme-Meile wieder ein schmackhaftes Mumme-Bier präsentieren zu können. Überzeugen Sie sich auf dem Kohlmarkt selbst vom erfrischenden Geschmack. Eine Übersicht wo Sie die Mumme, das Mumme-Bier und weitere Mumme-Artikel sowie -Souvenirs erhalten, finden Sie im Internet unter:

www.bs-mumme.de


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