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Demografischer Wandel

Der demografische Wandel umfasst mehr als die Alterung der Gesellschaft. Er beinhaltet auch die strukturell veränderte Zusammensetzung der Bevölkerung, wie z. B. steigende Anteile der Einwohner mit Migrationshintergrund (Zuzüge aus dem Ausland), Rückgang der Zahl der Kinder und Jugendlichen, bald auch der Erwerbspersonen bis hin zur Veränderung des Betreuungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsbedarfs. Neben „Unterjüngung“, Alterung und Heterogenisierung der Bevölkerung setzt sich der Prozess der Vereinzelung fort: Die durchschnittliche Personenzahl pro Haushalt sinkt, es wird immer mehr Haushalte mit nur einer Person geben. All diese Veränderungen führen zu einer geänderten Nachfrage u. a. nach öffentlichen Infrastruktureinrichtungen - vom Kindergarten bis zur Altenpflegeeinrichtung - und nach Wohnungen. VHW: „Wer das Wohnungsangebot für die ‚Alten von morgen’ an den ‚Alten von heute’ orientiert, plant am Markt vorbei“.

Keine Gemeinde, keine Stadt, keine Region kann sich diesem grundlegenden Veränderungsprozess, dessen Ausgangsbasis in den vergangenen 30 bis 40 Jahren gelegt wurde, entziehen. Die Bevölkerung in Deutschland, in Niedersachsen, in der Region und in der Stadt Braunschweig wird aus diesen Gründen in den nächsten Jahrzehnten mit zunehmender Geschwindigkeit abnehmen. Einer aktuellen Studie zufolge wird in der Hälfte aller deutschen Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern bis zum Jahr 2020 die Bevölkerungszahl mehr oder weniger stark sinken.

Die in den nächsten 10 bis 15 Jahren bevorstehenden quantitativen Veränderungen sind inzwischen allgemein bekannt. Was noch nicht hinreichend bekannt und aufbereitet ist, sind die Einzelheiten in Bezug auf die strukturelle Zusammensetzung der Bevölkerung, die sich daraus ergebenden geänderten Bedarfslagen und Nachfrageverschiebungen, und die von dieser „neuen Mischung“ ausgehenden sozialen und gesellschaftlichen Veränderungsprozesse. Der soziodemografische Wandel ist bereits in vollem Gange und er wird mit fortschreitender Zeit in den Städten, in den Stadtteilen und in den Gemeinden immer tiefgreifendere Spuren im jeweiligen demografischen Profil hinterlassen. FAZ: „Vor 30 Jahren war es fünf vor zwölf“.

Da jede Gemeinde, jede Stadt und jede Region ihre eigene historisch bedingte demografische Biografie besitzt, können die sozialen und demografischen Entwicklungsperspektiven – Chancen ebenso wie Probleme – individuell ganz unterschiedlich ausfallen. Aus diesem Grund bedarf es jeweils einer ausführlichen Analyse der örtlichen Situation, der spezifischen Herausforderungen und der sich daraus ergebenden kommunalpolitisch relevanten Handlungsfelder. Dabei sind insbesondere die Fachressorts übergreifenden Zusammenhänge und Handlungsbedarfe zu beachten.

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