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Neujahrsempfang der Stadt Braunschweig

Braunschweig, 25. Januar 2019 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Rund 400 Gäste begrüßte Oberbürgermeister Ulrich Markurth am Freitagabend im Lichthof des Städtischen Museums Haus Am Löwenwall zum Neujahrsempfang der Stadt Braunschweig. Darunter auch einen Münchner, der in Braunschweig geboren wurde: Den Kolumnisten und Autor Axel Hacke. Dieser betonte in seiner Rede die Notwendigkeit von mehr Anstand gegenüber den Mitmenschen und echtem Miteinander angesichts eines zunehmend aggressiverem Tons insbesondere im Internet. Ein Thema, das auch Oberbürgermeister Ulrich Markurth bewegte. Demokratie gebe es nur mit Diskursfähigkeit, und die könne nur gelingen, wenn auch Grundvertrauen in ein Gegenüber vorhanden sei. Das vermisse er angesichts eines zunehmenden „autoritären Individualismus“ (Bensaïd), den der Oberbürgermeister als Gefahr für das Gemeinwesen auch in Braunschweig ausmachte, dem er jedoch das große bürgerschaftliche Engagement entgegenstellte, etwa beim Ehrenamt oder beim im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossenen Prozess „Denk Deine Stadt“, wo tausende Bürgerinnen und Bürger an der Stadtentwicklung der Zukunft mitgewirkt hatten.

Insgesamt bleibe er damit optimistisch, so Markurth, dass Braunschweig weiter erfolgreich vorankomme bei den „großen Themen“ (soziales) Wohnen, Bildungsgerechtigkeit, Sicherheit und Arbeitsplätze für eine Region im Wandel. Der Höhenflug der Wissenschaft in Braunschweig mache Mut mit seinen vielen guten Beispielen und Erfolgsgeschichten. In diesem Sinne wünschte er der versammelten Stadtgesellschaft Lust auf Zukunft, und Mut zu gemeinsamer Gestaltung.

Dann nahm der Oberbürgermeister seine Gäste mit auf einen Rundflug über die großen Themen der Stadtentwicklung des neuen Jahres. Er begann im Norden, wo um den Forschungsflughafen in den vergangenen Jahren ein europaweit bedeutendes Forschungscluster für Mobilität und autonomes Fahren entstanden ist, und wo in diesem Jahr die Fraunhofer-Gesellschaft ein Zentrum für Batterietechnik baut. Um den Forschungsflughafen gebe es heute Unternehmen, die kaum bekannt sind, aber Weltmarktführer in ihrem Bereich. Und deren größtes Problem es ist, gute Fachkräfte auf dem Wachstumspfad zu finden.

Der Blick des Oberbürgermeisters aus der Höhe fiel dann auf den Hafen und das Gewerbegebiet Hansestraße, wo Volkswagen ein Zentrum für Batteriesysteme für den ganzen Konzern baut, das größte dieser Art in Deutschland, mit der Größe von neun Fußballfeldern.

Weiter südlich führte der Flug über das Gelände von BS|Energy, wo, wie der Oberbürgermeister betonte, im vergangenen Jahr etwas Gewagtes geschehen sei. Veolia und Stadt Braunschweig begrüßten mit der Thüga AG einen dritten Partner, um dem Versorgungsunternehmen zu noch mehr Dynamik bei Zukunftsthemen zu verhelfen. Verlässliche Versorgungsqualität, gute Löhne für die Mitarbeiter, und Sponsoring für die Region seien die Qualitäten, auf die Kunden des Unternehmens vertrauen könnten. Der Ausstieg aus der Kohle sei die Überschrift unter einem großen Investitionsprogramm, das angesichts des Alters vieler Anlagen jetzt nötig sei.

Über das künftige Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr mit der Leitstelle gemeinsam mit den Landkreisen Peine und Wolfenbüttel, das derzeit gebaut wird und nächstes Jahr in Betrieb gehen soll, ging der Überflug dann weiter in die Weststadt, wo neue städtebauliche Förderprogramme der Sozialen Stadt am Start sind, die die Wohn- und Lebensqualität für die Menschen verbessern sollen. Das Baugebiet Alsterplatz mit seinen 230 Wohneinheiten, das auf dem Gelände der früheren Integrierten Gesamtschule entsteht, sei exemplarisch für ideale Stadtentwicklung. Mit Wohnungen für alle Einkommen und neuen Formen wie Mehrgenerationenwohnen. Im Westlichen Ringgebiet machte der Oberbürgermeister noch ein weiteres Beispiel für so hervorragende Stadtentwicklung aus. Den Westbahnhof, wo in diesem Jahr das neue Soziokulturelle Zentrum fertig wird.

Über dem Hochhaus der Braunschweigischen Landessparkasse hielt Markurth inne und wies darauf hin, dass Braunschweig die Wiege der heutigen Landesbank sei und auch der Öffentlichen Versicherung. Mit den benachbarten Hauptverwaltungsbeamten habe er mit Erleichterung wahrgenommen, dass es für die Nord/LB jetzt eine gute Lösung geben könnte, an der sich auch die Sparkassen beteiligen wollen. Das sei eine gute Nachricht für Landessparkasse und Öffentliche Versicherung. Sparkassen seien wichtig für die Investitionen für Kommunen, für den Mittelstand und für die Bürgerinnen und Bürger.

Über das Baugebiet auf dem Gelände der früheren Heinrich-der-Löwe-Kaserne, ebenfalls mit Bauland und Wohnungen für alle Einkommen, ging der Überflug in Richtung Innenstadt. Dort fiel der Blick an der Salzdahlumer Straße zunächst auf das Städtische Klinikum, wo gerade 20 Millionen Euro vom Land Niedersachsen übergeben wurden für das größte Investitionsprojekt der Stadt, dem Zwei-Standorte-Konzept. Hi-Tech und Medizin auf hohem Niveau für die Versorgung von über einer Million Menschen im größten kommunalen Krankenhaus Norddeutschlands. Der Oberbürgermeister bat die Anwesenden um Mitwirkung an der öffentlichen Diskussion über das Umfeld des Hauptbahnhofs, wo ein Wettbewerb gestartet wird und wo mit der Bahnstadt ein neues Fördergebiet geplant ist.

Eine Diskussion gebe es auch um die Zukunft der Innenstadt, die es zu stärken gelte. Jeder könne für sich als Konsument die Entscheidung treffen, nicht im Internet, sondern in der Stadt zu kaufen. Die Innenstadt attraktiv halten, gute Geschäfte etablieren, innerstädtisches Wohnen fördern, nannte der Oberbürgermeister als Ziele, der seinen Überflug an der Technischen Universität beendete, die sich stetig auch baulich erweitere und so viele Studenten habe wie nie zuvor.

Gute Aussichten also, die Markurth mit dem Hinweis auf die unsichere Einnahmesituation der Stadt zumindest ein wenig trübte. Die Stadtverwaltung habe sich daher einen Prozess der Modernisierung und auch Haushaltsoptimierung vorgenommen: „So wollen wir uns krisenfest für die Zukunft aufstellen.“

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Melinda Fu, Klavierschülerin an der Städtischen Musikschule, 1. Preisträgerin beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, sowie dem Schlagzeugensemble „Schlagwerk Total“ dirigiert von Musikschulleiter Daniel Keding. Gespielt wurden Werke von Chopin sowie Axel Fries.

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