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Pocketparks für Bäckerklint und Kannengießerstraße

Braunschweig, 29. Oktober - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Die Stadtverwaltung hat für den Bäckerklint und die Kannengießerstraße erste Varianten einer Umgestaltung zu „Pocketparks“ erarbeitet. Gestaltungsskizzen werden am Mittwoch, 30. Oktober, im Planungs- und Umweltausschuss und am 5. November im Stadtbezirksrat präsentiert.

„Schon seit längerem wird in der Politik und der Stadtgesellschaft über mehr Grün in der hochverdichteten Innenstadt diskutiert“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. „Auch die Fridays for Future-Bewegung in Braunschweig fordert die Anlage von Pocketparks zur Milderung der Folgen des Klimawandels. Wir haben diese Diskussion aufgenommen und für die genannten Bereiche erste Überlegungen angestellt, die wir jetzt zur Diskussion stellen wollen. Nach der Vorstellung in den politischen Gremien wollen wir auch den Anliegern die Entwürfe erläutern und mit ihnen darüber ins Gespräch kommen.“

Die Gestaltungsskizzen, bei denen es sich um Entwurfsideen im Sinne eines Werkstattberichts handelt, werden in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses vorgestellt. Anschließend sollen diese den Anliegern, insbesondere auch den Kirchenvertretern im Bereich Kannengießerstraße, vorgestellt und mit diesen diskutiert werden. Dieses Ergebnis wird dann den politischen Gremien vorgestellt und nach grundsätzlicher Zustimmung als Grundlage für einen weiteren öffentlichen Beteiligungsprozess genutzt werden. Im Anschluss erfolgt eine Konkretisierung der Entwürfe.

Die Konzeptideen

Bäckerklint

Bestand:

Schon im Mittelalter war der Stadtgrundriss rund um den Till-Eulenspiegel-Brunnen, der hier als einziger Zeitzeuge die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges überstand, als langgestreckter allseitig umschlossener Platzraum ausgebildet. 

In den Erdgeschosszonen der nahezu an alter Stelle wiederaufgebauten Gebäude befinden sich heute gewerbliche Nutzungen, darunter ein Café und drei Gaststätten, die mit ihrer Außengastronomie den öffentlichen Raum beleben. In den Obergeschossen der drei – sechsgeschossigen Bebauung wird überwiegend gewohnt. Der Straßenraum ist nahezu vollständig versiegelt und dient vor allem dem fließenden und dem ruhenden Kraftfahrzeugverkehr.

Konzeptidee:

Das südliche Ensemble des Brunnens mit drei Bestandsbäumen wird durch eine Entsiegelung und das Aufstellen neuer Bänke aufgewertet. Der sich nördlich anschließende zentrale Platzraum wird von seiner jetzigen Nutzung freigestellt und neugestaltet. Neben Grant-, Blüh- und Grünflächen mit den alten und neuen Bäumen können auch überdachte und berankte Rückzugsorte sowie Spielflächen angelegt werden.

Eine – häufig als Abkürzung genutzte – Durchfahrt für den Kraftfahrzeugverkehr von der Güldenstraße über Bäckerklint und Scharrnstraße in die bzw. über Breite Straße von der Innenstadt wird unterbunden. Es entsteht ein Ringverkehr über die Breite Straße und Scharrnstraße, der ausschließlich der Quartierserschließung dient. Die Straßenverbindung An der Petrikirche (Einbahnstraße) über Bäckerklint zur Güldenstraße wird auf das verkehrliche Maß in ihrer Breite reduziert und bleibt erhalten. Der nördliche Teil des Platzraumes wird über einen verkehrsberuhigten Bereich hinweg durch weitere Pflanzflächen mit dem Zentralbereich visuell und räumlich verbunden.  

Die 25 vorhandenen und teils ineffizient verteilten Parkplätze im Bestand werden am westlichen Ende des Bäckerklint gebündelt. In der Bilanz bleibt die Anzahl der Parkplätze gleich.

Kannengießerstraße:

Bestand:

Direkt an die Fußgängerzone angrenzend bildet dieser durch die großen Platanen, die Kirchen und die Wohnnutzung geprägte Stadtraum einen wichtigen Abschnitt der fußläufigen Verbindung zwischen dem nördlichen Wallring, dem Wollmarkt mit der Alten Waage über den Meinhardshof kommend in Richtung Innenstadt. Seit den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wird der einst dicht bebaute Bereich südlich des Theologischen Zentrums als Parkplatz genutzt. Die vorhandenen neun Platanen auf der fast vollständig versiegelten Fläche sind teils stark geschädigt; fünf davon sind mittelfristig nicht zu halten. Auch die verbleibenden Bäume benötigen dringend bessere Standortbedingungen.

Konzeptidee:

Im Gegensatz zum Bäckerklint fehlen im Bereich Kannengießerstraße belebende Elemente wie gastronomische Angebote. Die durch die Bartholomäuskirche, St. Ulrici-Brüdern und das Theologische Zentrum geprägte ruhige Atmosphäre wird mit verschiedenen Gestaltungselementen aufgegriffen und in Richtung der Fußgängerzone zu einem Ort für Kinder und ihre Familien weiterentwickelt. Rasenflächen, Blühwiesen, Rosengarten und Hochbeete sowie verschiedene Wasserspiele bieten abwechslungsreiche vielschichtige Teilräume. Für die zukünftige Gestaltung und die Durchwegung ist entscheidend, ob eine Kooperation mit den kirchlichen Grundeigentümern möglich wird. Ein erstes Gespräch hat bereits stattgefunden und soll zeitnah vertieft werden.

Durch die Anlage eines Pocketparks an dieser Stelle entfallen abhängig vom Konzept bis zu 70 öffentliche Parkplätze. Da diese Parkplätze über Parkscheinautomaten bewirtschaftet werden, ergeben sich Mindereinnahmen von bis zu ca. 170.000 € pro Jahr. Darüber hinaus können diese Parkplätze auch von Bewohnern mit entsprechendem Ausweis kostenfrei genutzt werden. Bei einer Zählung im September wurden rd. 30 Fahrzeuge mit Bewohnerparkausweis gezählt. Für rund die Hälfte dieser Fahrzeuge fanden sich bei der o.g. Zählung noch freie Plätze im unmittelbaren Umfeld.

Kosten:

Die Kosten für die beiden Umbaumaßnahmen können z. Zt. nur sehr ungenau mit je ca. 650.000 € geschätzt werden, da noch keine abgestimmten Gestaltungskonzepte und keine Informationen zu eventuell erforderlichen Leitungsverlegungen u. ä. vorliegen.

Weitere Einzelheiten und Darstellungen der Planungsbereiche in der Gremienmitteilung: