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5. September: Luther-Stelen & Reformationsfest

Braunschweig, 21. August 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Fünf der 95 Luther-Stelen, die auf dem Schlossplatz aufgestellt werden.  (© Stadt Braunschweig / Jörg Scheibe; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
Fünf der 95 Luther-Stelen, die auf dem Schlossplatz aufgestellt werden.
(© Stadt Braunschweig / Jörg Scheibe; Weiterverbreitung nicht gestattet.)

In Braunschweig hielt die Reformation, die mit der Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen vor 500 Jahren begann, am 5. September 1528 Einzug. An diesem Tag verkündete der Luthervertraute und Stadtpfarrer von Wittenberg, Johannes Bugenhagen, vom Balkon des Braunschweiger Altstadtrathauses die von ihm erarbeitete evangelische Kirchenordnung. Stadt Braunschweig und die Evangelisch-Lutherische Propstei Braunschweig nehmen dieses Datum im Jubiläumsjahr der Reformation zum Anlass für ein besonderes Programm.

Oberbürgermeister Ulrich Markurth eröffnet am Dienstag, 5. September, um 16 Uhr auf dem Schlossplatz das Kunstprojekt „Luther-Stelen“. Gezeigt werden 95 bewegliche Stelen, die das Abbild Luthers im Stile der Pop-Art zeigen und als geschlossenes Feld auf dem Schlossplatz arrangiert werden. Zusätzlich ist auf jeder dieser Stelen eine These Luthers in deutscher und lateinischer Sprache aufgebracht. Eine weitere, 96. Stele zeigt Johannes Bugenhagen. Die Stelen hat der Braunschweiger Bildermacher Wolf Menzel entworfen und gestaltet. Sie werden bis zum 15. September auf dem Schlossplatz zu sehen sein.

Im Rahmen der Eröffnung tritt um 15.40 Uhr die Bläsergruppe Akablas auf. Darüber hinaus wird um 16.10 Uhr eine tänzerische Darbietung entlang des Stelenfeldes unter der Leitung von Sylvia Heyden präsentiert.

Zum Thema „Zwischen reformatorischem Zentrum und Peripherie - Die Braunschweiger Reformation in vergleichender Perspektive“ legt ab 19 Uhr in der Dornse des Altstadtrathauses der Kieler Reformationsexperte Prof. Dr. Olaf Mörke die Grundstrukturen des Reformationsprozesses in Braunschweig von den ersten Ansätzen bis zu den frühen 1530er Jahren dar und zeigt, wie in Braunschweig einzelne Bürger schon sehr früh eine wichtige und aktive Rolle für die Ausbreitung reformatorischer Ideen spielten. Eröffnet wird der Abend von Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Dr. Henning Steinführer, Leiter des Stadtarchivs, übernimmt die thematische Einführung und Moderation.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Es wird um vorherige Anmeldung im Kulturinstitut bis zum 1. September unter kulturinstitut@braunschweig.de oder telefonisch unter 0531 470 4801 gebeten.

Die „Tetzel-Kiste“, eine moderne künstlerische Annäherung an die die Reformation maßgeblich auslösende Ablasspraxis Johann Tetzels, steht am 5. September vor St. Martini. Der Container wird an diesem Tag mit einem besonderen Programm durch das Kulturnetzwerk „Die Stadtfinder“ bespielt. Zu hören sind ab 20 Uhr „Die Kulturbeauftragten“.

Auch die Evangelisch-Lutherische Propstei Braunschweig präsentiert am 5. September 2017 ein besonderes Jubiläumsprogramm.

Ab 9 Uhr findet unter dem Motto „Reformation bildet Zukunft“ auf dem Altstadtmarkt ein Reformationsfest mit Workshops und Bühnenprogramm von und für Braunschweiger Schülerinnen und Schüler zum Jahrestag der Annahme der Kirchenordnung statt. Ab 12.30 Uhr ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Durch das Fest zieht sich die Frage, was Johannes Bugenhagens Kirchenordnung heute berücksichtigen müsste. Zudem werden künstlerische Darbietungen der Grundschulen Pestalozzi, Comeniusstraße und Isoldestraße sowie musikalische Stücke des Namibia-Chors und einer Ballafon-Gruppe präsentiert.

Einen weiteren Höhepunkt an diesem Tag bildet der ökumenische Gottesdienst um 17 Uhr in St. Martini. Er wird gemeinsam von Pröpstin Uta Hirschler und Propst Reinhard Heine gehalten. Oberbürgermeister Markurth trägt im Rahmen des Gottesdienstes Gedanken aus der Perspektive der Stadt bei.

Historischer Hintergrund

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablass. Dieses Ereignis war zugleich der Beginn der Reformation, die tiefgehende kirchliche und gesellschaftliche Veränderungen mit sich brachte. In der Stadt Braunschweig hielt die Reformation 1528 Einzug. Am 5. September verkündete der enge Luthervertraute und Stadtpfarrer von Wittenberg, Johannes Bugenhagen, vom Balkon des Altstadtrathauses die von ihm erarbeitete evangelische Kirchenordnung. Diese Ordnung wirkte vorbildhaft für Bugenhagens anschließende reformatorische Tätigkeit in den Hansestädten Hamburg und Lübeck sowie in Skandinavien, u. a. Kopenhagen, wo sein Wirken bis heute hochgeschätzt wird.

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