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Stadtbahn nach Volkmarode-Nord mit innovativer Trassengestaltung

Braunschweig, 28. September 2022 - Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Nun steht die Beschlussfassung zur Umsetzung bevor: Im ersten Teilprojekt des Braunschweiger Stadtbahnausbaus soll die Strecke der heutigen Linie 3 bis zum nördlichen Ende von Volkmarode, zur Ziegelwiese, verlängert werden. Um die Gleisanlagen in den Verkehrsraum einzubetten, ist eine Umgestaltung und Neustrukturierung der Berliner Heerstraße zwischen dem Moorhüttenweg und der Straße Am Sportplatz erforderlich. Das Ziel der Planungen ist es, die neue Stadtbahnstrecke möglichst flächensparend zu integrieren. Gleichzeitig soll im Sinne einer nachhaltigen Mobilität auch der Raum für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende erhalten bzw. nach heutigen Anforderungen gestaltet werden.

"Stadtverwaltung und BSVG sind sich einig, dass diese Ziele mit der nun vorliegenden Anlagenplanung erreicht werden. Die räumlichen Besonderheiten sowie die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner und der Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV wurden darin im besonderen Maße berücksichtigt", erklärt Stadtbauraut Heinz-Georg Leuer.

Die Führung der Stadtbahn im Linksverkehr ab dem westlichen Ortseingang schafft, obwohl sie teilweise straßenbündig ist, insgesamt verkehrliche Vorteile und stellt für die stadträumliche Gestaltung eine innovative, flächensparende Lösung dar. Die Verkehrsanlagen sind aufgrund dieser Planung kompakt und sehen eine größtmögliche Begrünung vor allem im Bereich der zukünftigen Haltestellen vor. Außerdem wird das Queren des Straßen- und Gleiskörpers an mehreren Stellen entlang der Strecke gesichert, barrierefrei und komfortabel ermöglicht. Dabei werden insbesondere die Schulwege entsprechend berücksichtigt. "Das bringt Vorteile für Fahrgäste, ist aber auch ein echter Pluspunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner Volkmarodes", betont BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke.

Es werden drei neue Haltestellen eingerichtet. Die zukünftige Stadtbahnhaltestelle "Moorhüttenweg" liegt im Vergleich zur heutigen Haltestelle näher am Ortskern und wird den Ortseingang als Eingangstor mit vielen neuen Baumstandorten im unmittelbaren Umfeld prägen. Die zentrale Haltestelle in Volkmarode wird die Haltestelle "Unterdorf" auf Höhe des Remenhofes sein und als Ein- und Ausstiegspunkt für viele Schülerinnen und Schüler der Sally-Perel-Gesamtschule dienen.

Fahrgäste, die mit der RegioBus-Linie 230 stadtauswärts fahren wollen, können den Bahnsteig der Stadtbahn nutzen. Die Haltestelle der Linie 230 Richtung Innenstadt liegt nur wenige Meter weiter östlich. Die Endhaltstelle "Ziegelwiese" wird als kompakter Verknüpfungspunkt mit der Linie 417 ausgebildet, die ein bahnsteiggleiches Umsteigen in beiden Richtungen zwischen Bahn und Bus ermöglicht. Die Busse aus Hondelage und Weddel/Schapen stellen hier zukünftig die Verknüpfung zur Stadtbahn her.

An der Endhaltestelle können sich Stadtbahnen außerdem durch eine zweigleisige Wendeschleife überholen, was auf dem gesamten Streckenabschnitt mehr betriebliche Sicherheit und Zuverlässigkeit mit sich bringt. Die Berliner Heerstraße bleibt für den motorisierten Individualverkehr (MIV) zweistreifig. Wo verkehrlich notwendig, werden Abbiegefahrstreifen angeordnet, um sowohl im MIV als auch für die stadtauswärtige Stadtbahn eine möglichst behinderungsfreie Fahrt zu ermöglichen. Durch die gewählte Anordnung von Gleisen, Fahrstreifen und Wegen wird in Verbindung mit der Signaltechnik der Stadtbahn in beiden Richtungen Vorrang gewährt und eine sogenannte Pulkführerschaft in stadtauswärtiger Richtung gewährleistet. Die verkehrlichen Untersuchungen per Mikrosimulation zeigen, dass die Verkehrsanlage für alle Verkehrsteilnehmer leistungsfähig bleiben wird und gleichzeitig einen schnellen und zuverlässigen Stadtbahnbetrieb sicherstellt.

Die Trasse, die auf gesondertem Bahnkörper verläuft, wird als Rasengleis angelegt. Dies ist nicht nur optisch eine vorteilhafte Variante, sondern reduziert auch die Schallabstrahlung der Stadtbahnen. Selbstverständlich wurden in den Planungen auch die weiteren Lärm- und Erschütterungsschutzfragen intensiv geprüft und berücksichtigt. Neben Kurvenschmieranlagen für die Stadtbahn ist u.a. auch ein lärmmindernder Asphalt auf der Berliner Heerstraße vorgesehen.

In Gliesmarode wird zur Umsetzung des betrieblichen Konzeptes eine zusätzliche Wendeanlage gebaut. Durch sie wird die Umsetzung des geplanten ÖPNV-Angebots möglich. Die Wendeanlage steigert zudem die Netzflexibilität und ermöglicht einen wirtschaftlichen Betrieb. Im Zuge des Baus der Wendeanlage wird der überbreite Straßenraum der Querumer Straße auf ein verträgliches, aber weiterhin leistungsfähiges Maß reduziert werden und neue Grünstrukturen werden geschaffen. Diese neuen Grünstrukturen steigern die Aufenthaltsqualität in einigen Bereichen und bilden einen Ausgleich für die bisherigen Anpflanzungen, die im Zuge des Umbaus entfallen werden. Die Wege für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Radfahrende werden auch hier an die heutigen Anforderungen angepasst.

Die Finanzierung der verkehrlichen Verbesserungen wird zu großen Anteilen vom Bund und vom Land Niedersachsen übernommen. Der Eigenanteil für die Stadtverwaltung und die BSVG wird zum heutigen Zeitpunkt auf ca. 12,8 Mio. Euro geschätzt. Da der Bau der Stadtbahnanlage und alle direkten Folgemaßnahmen von der BSVG getragen werden, entfallen ca. 90 Prozent der Kosten auf die BSVG. Für das gesamte Vorhaben sind inklusive der Fördermittel Kosten in Höhe von ca. 40,4 Mio. Euro (netto) veranschlagt.

Die Stadtverwaltung und die BSVG freuen sich darauf, ihre Planungen am 6. Oktober in den beiden Stadtbezirksräten Hondelage-Volkmarode und Wabe-Schunter-Beberbach vorzustellen, bevor am 11. Oktober im Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben ein Beschluss zur Umsetzung der dargestellten Stadtbahnausbaumaßnahme erfolgen soll. Der Baubeginn soll im Jahr 2025 erfolgen. Im Vorfeld und während der Baumaßnahme wird es weitere Informations- und Austauschformate für alle Interessierten und die Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort geben. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2028 geplant.

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