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Wohnwagenplatz am Madamenweg

Braunschweig, 28. Juni 2019 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Die Stadtverwaltung will noch im Juli mit der Verbesserung der sanitären Situation und der Versorgung mit Strom und Trinkwasser auf dem Wohnwagenplatz am Madamenweg beginnen. In einem ersten Schritt soll eines der altersbedingt sehr maroden Sanitärgebäude saniert werden. Den entsprechenden Objekt- und Kostenfeststellungsbeschluss hat sie dem Bauausschuss jetzt für seine Sitzung am 2. Juli zur Entscheidung vorgelegt.

Zudem wird die Verwaltung dem Rat zur nächsten Sitzung am 17. September eine außerplanmäßige Ausgabe vorschlagen. Stimmt er zu, kann der Auftrag für den Bau von neun Versorgungssäulen für Strom, Trinkwasser und Abwasser unmittelbar erteilt und noch im Herbst mit dem Aufbau begonnen werden. Das Gesamtprojekt soll möglichst noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Von den voraussichtlichen Kosten von 600.000 Euro sind bisher erst knapp 300.000 Euro finanziert.

Die derzeitige Versorgungssituation der etwa 20 mobilen Wohneinheiten im Madamenweg 94 ist durch das Alter und den Zustand der Anlagen stark eingeschränkt und entspricht auch nicht heutigen Anforderungen an die Betriebssicherheit. Ein Sanitärgebäude war zuletzt mehrfach durch Rohrbrüche nicht nutzbar.

Die Versorgungssäulen sollen paarweise mit Strom, Wasser und Abwasseranschlüssen ausgestattet werden, so dass zwei Wohneinrichtungen an einer Säule angeschlossen werden können. Die Versorgungssäulen erlauben eine funktionierende und frostsichere Versorgung mit Trinkwasser. Die Stromanschlüsse sind einzeln abgesichert. Im Zusammenhang mit der Einrichtung der Versorgungssäulen wird das veraltete Trink- und Abwassernetz auf dem Platz saniert, und die Hauptverteilung für die Stromversorgung erweitert und erneuert.

Das Sanitärgebäude wird kernsaniert. Die maroden Heizungs- und Sanitärleitungen werden erneuert und das Gebäude wird neu aufgeteilt, so dass zwei behindertengerechte Waschräume entstehen: ein Raum für Waschmaschinen und Trocknersowie ein weiterer mit weiteren Anschlüssen für Frischwasser und Ausgussmöglichkeiten.

„Wir wollten, dass es jetzt schnell vorangeht, deshalb freue ich mich, dass wir mit den Arbeiten kurzfristig beginnen können“, sagte Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast. „Die Versorgungssituation auf dem Grundstück ist nicht gut und muss verbessert werden.“ Entsprechende Aufträge hatten die Ratsgremien bereits in der Vergangenheit an die Verwaltung formuliert. Dr. Arbogast äußerte Verständnis dafür, dass die Verzögerungen zu Ungeduld bei den Betroffenen führten. Sie verwahrte sich jedoch gegen Äußerungen, die Verwaltung würde die Bewohner, überwiegend Angehörige der Sinti, bewusst hinhalten.

Vielmehr hätten sich die Ausschreibungen aufgrund der hohen Baukonjunktur schwierig gestaltet. In diesem Zusammenhang habe sich auch gezeigt, dass der bisher bereitgestellte Etat für die Versorgungsleitungen nicht reichen wird. Damit sei klar gewesen, dass die politischen Gremien eingebunden werden mussten, um die Finanzproblematik aufzuzeigen und zu klären. Deshalb habe die Verwaltung dazu ein erstes Stimmungsbild im Sozialausschuss eingeholt. Die Politik hat dann beschlossen, sowohl die Sanierung des Sanitärgebäudes als auch die Aufstellung der Versorgungssäulen schnellstmöglich umzusetzen, auch wenn dies mit doppelt so hohen Kosten als vorgesehen verbunden ist.

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