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Das Schöffenamt

Die Tätigkeit

Schöffinnen und Schöffen sind keine "Beobachter mit Logenplatz". Sie haben in der Verhandlung die gleichen Rechte (und Pflichten) wie die Berufsrichter. Nur den Vorsitz und damit die Leitung der Verhandlung übernimmt immer ein Berufsrichter.

Wenn abgestimmt wird, zählt ihre Stimme aber gleich viel. Urteile und Strafmaß müssen mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschlossen werden. Das heißt: Ist nur ein Berufsrichter eingesetzt, können die beiden Laienrichter ihn überstimmen. Auf jeden Fall kann niemand gegen die Stimmen der beiden Schöffen verurteilt und bestraft werden.

Daran sehen Sie, welchen Einfluss Laienrichter haben. Und welche Verantwortung.

Es gibt so genannte Hauptschöffen und Hilfsschöffen.

Den Hauptschöffen wird für ein Jahr im Voraus gesagt, an welchen Tagen sie eingesetzt werden. In der Regel sind es 12 Verhandlungstage im Jahr. Hilfsschöffen springen als Ersatz ein, wenn ein Hauptschöffe, kurzfristig oder auch auf Dauer, ausfällt. Sie können also auch zum Hauptschöffen aufrücken.

In umfangreichen Prozessen werden manchmal Hilfsschöffen zur Ergänzung herangezogen. Diese begleiten den Prozess von Beginn an und ersetzen einen Schöffen, falls dieser ausfällt. Wären die Ergänzungsschöffen nicht da, müsste der Prozess von vorne beginnen.