Menü und Suche

Braunkohl mit Bregenwurst

Braunkohl mit Bregenwurst (Foto: Maria P. - fotolia.com)

Weil der Grünkohl ursprünglich aus Braunschweig kommt, heißt er hierzulande Braunkohl – so besagen es Braunschweiger Legenden. Dies zeigt die tiefe Zuneigung der Braunschweiger zu ihrer Heimat. Braunkohl gibt es nach dem ersten Frost. Er wird traditionell mit Bregenwurst nach einer langen Winterwanderung serviert: ein schmackhaftes Gericht.

Braunkohl oder Grünkohl? Bei beiden handelt es sich um Blattkohlarten, sie unterscheiden sich aber unter anderem in der Färbung der Blätter. Grünkohl und Braunkohl besitzen einen hohen Vitamin C-Gehalt, sind reich an Folsäure und Ballaststoffen sowie an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Während früher verschiedene Sorten des Kohlgemüses angebaut wurden, findet man heute auf den Feldern um Braunschweig in erster Linie den Grünkohl. Trotzdem wird in Braunschweig in der Regel die Spezialität als Braunkohl bezeichnet. Die Braunkohlsaison beginnt mit dem ersten Frost und endet am Gründonnerstag.

Eine der ersten kultivierten Sorten war der Langkohl, dessen Blätter sich bräunlich-violett färbten und der daher als Braunkohl bezeichnet wurde. Der Langkohl wuchs etwa mannshoch. Die unteren Blätter wurden als Viehfutter verwendet, während die oberen Röschen für den menschlichen Verzehr gedacht waren. Als das Vieh im 20. Jahrhundert aus den Städten verschwand, wurde der Langkohl durch den schnellwachsenden Grünkohl ersetzt. Die Erinnerung an den Langkohl lebt jedoch im Namen Braunkohl fort. In Braunschweig gibt es seit dem Frühjahr 2008 ein Projekt zur Nachzucht des „echten“ Braunkohls. Er wird heute wieder im Botanischen Garten, aber auch im Lehr- und Versuchsgarten der Gartenfreunde Landesverband Braunschweig gezüchtet.

Ohne sie schmeckt der Braunkohl nur halb so gut: die Bregenwurst

Braunkohl ist nicht nur in Norddeutschland, sondern auch in den Niederlanden und in Skandinavien ein beliebtes Wintergericht. Im Braunschweiger Land und rund um Hildesheim und Hannover wird der Braunkohl mit Kartoffeln und Bregenwurst, einer niedersächsischen Spezialität, serviert. Die Bregenwurst (auch Brägenwurst genannt) ist eine rohe oder leicht geräucherte Mettwurst aus magerem Schweinefleisch, Schweinebauch, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Ihren Namen hat die Bregenwurst vom früher zugegebenen Schweinehirn: Plattdeutsch steht Bregen oder Brägen für Hirn. Heute darf Hirn nicht mehr verarbeitet werden.

Braunkohlessen als gesellschaftliches Ereignis

Traditionell in Norddeutschland sind die sogenannten Kohlfahrten oder Kohlwanderungen. Familie, Freunde oder Kollegen wandern gemeinsam und beenden den Ausflug in einem Gasthof, wo das Traditionsgericht serviert wird. Um sich bei den eisigen Temperaturen während der Wanderung warm und bei Laune zu halten, wird unterwegs zum Beispiel Boßeln, eine norddeutsche Form des Boccia-Spiels, gespielt.

Quelle:

www.wikipedia.de, Braunkohl, aufgerufen am 18. Januar 2012.
Braunschweiger Stadtlexikon, Meyer Verlag Braunschweig, 1992.