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Stummfilm-Konzert-Reihe vom 12.10 bis 15.11.2018

12.10.2018 bis 15.11.2018
Stummfilm-Konzert-Reihe

So grau die politische Wirklichkeit der Weimarer Republik war, so glanzvoll war ihre Kunst und Kultur, die frei von Zensur zur Entfaltung gelangen konnte und in den 1920er-Jahren einen rasanten Aufschwung erlebte. Im Rahmen der geplanten Reihe werden dem Publikum vier der besten Filme aus diesem oft zum »Goldenen Zeitalter« der Kinematographie stilisierten Zeitraum im Konzert mit internationalen Improvisationsmusikern vorgestellt.

Veranstalter: Vlady Bystrov und das Kulturinstitut der Stadt Braunschweig
Veranstaltungsort: Roter Saal im Schloss, Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig
Eintritt je Vorführung: 12 €/erm.6 €
Kartenreservierung unter 0531 470-48 48 oder rotersaal@braunschweig.de  

Kaleidoskop Symphonique

Foto: Petra Förster/Thomas Bartels
Foto: Petra Förster/Thomas Bartels

12.10.2018, 19:30 Uhr

Während das Ensemble "Die Braunschweiger Solisten" Musik der 20er Jahre spielt, entfaltet sich auf der Leinwand ein Panorama dieser Zeit. Gemeinsam mit Studierenden der Filmklasse an der HBK hat der Filmemacher Thomas Bartels Fotos aus Braunschweiger Archiven und historische Filmaufnahmen gesammelt, Foto- und Filmcollagen montiert, historische Maschinen gefilmt und in St. Petersburg den Sepentintanz einer russischen Ballerina aufgenommen. 16mm Filme und Kleinbilddias, analog, schwarz-weiß und handkoloriert werden an diesem Abend erstmals mit zehn Projektoren neben- und übereinander auf die Leinwand geworfen, begleitet von Salonmusik und Werken Braunschweiger Komponisten der Weimarer Republik, die die Musiker zusammengestellt haben.

In einem improvisierten Duett verschmelzen Musik und Projektion zu einem multimedialen Event, das uns einhundert Jahre zurück katapultiert.

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

19.10.2018, 19:30 Uhr

Deutschland 1922 | Regie: Friedrich Wilhelm Murnau | FSK: ab 12

Thomas Hutter ist Sekretär eines Maklers in Wisborg und lebt dort glücklich mit seiner Frau. Eines Tages schickt ihn sein Chef auf eine Dienstreise nach Transsylvanien, um mit dem Grafen Orlok über den Kauf eines Hauses zu verhandeln. Ellen, seine Frau, ahnt nichts Gutes, sie spürt die Gefahr, in die ihr Mann sich begibt, kann ihn aber nicht zurückhalten. In einem Gasthaus in den Karpaten warnt ihn der Wirt ebenfalls vor dem Grafen, und die Wirtin gibt ihm ein Buch über Nosferatu, den blutsaugenden Vampir … Der Graf empfängt Hutter in seiner Burg zu einem nächtlichen Abendessen, und er unterzeichnet den Kaufvertrag. Als Hutter aber am nächsten Morgen im Schloß erwacht, entdeckt er kleine rote Male an seinem Hals und ahnt, welchem Grauen er gegenübersteht: Orlok ist ein Vampir.

Nosferatu gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorfilms und eines der wichtigsten Werke des Kinos der Welt. Für diesen besonderen Film wird Phil Minton, ein avantgardistischer Stimmkünstler aus London eingeladen. Begleitet wird er vom Live-Elektronik-Musiker Alistair MacDonald. Vlady Bystrov wird an den Holzblasinstrumenten für die schaurige Unterstützung sorgen.

Das Cabinet des Dr. Caligari

2.11.2018, 19:30 Uhr
Deutschland 1920 | Regie: Robert Wiene

Die Binnenhandlung erzählt die Geschichte des wahnsinnigen Dr. Caligari, der mit Hilfe des Somnambulen Cesare eine kleine Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Tagsüber lässt Caligari Cesare auf dem Jahrmarkt die Zukunft vorhersagen. Nachts begeht Cesare unter dem Einfluss seines Herrn furchtbare Morde. Eines Nachts wird Alan ermordet, nachdem Cesare ihm den nahen Tod prophezeit hatte. Alans Freund Francis ahnt, dass Dr. Caligari mit der Sache zu tun hat. Als Francis' Freundin Jane von Cesare entführt wird, wird der Verdacht zur Gewissheit. Francis‘ Verfolgung Caligaris endet in einer Irrenanstalt, deren Direktor Dr. Caligari ist. Die Rahmenhandlung schafft die Doppelbödigkeit des Films: Francis, der die Geschichte von Dr. Caligari erzählt, ist selbst Insasse der Nervenheilanstalt.

Ein Film, der als Paradebeispiel für den expressionistischen Stil im Film gilt. Er wird von dem interdisziplinären Ensemble Megaphon mit Lenka Zupkova an der Violine und Elektronik, Willi Hanne an den Percussions und Klangobjekten und Vlady Bystrov an dem elektronisch präparierten Klavier und Holzblasinstrumenten präsentiert.

Oktober

14.11.2018, 19:30 Uhr 
Sowjetunion 1928 Regie: Sergei Michailowitsch Eisenstein, Grigori Wassiljewitsch Alexandrow

Der Film entstand im Auftrag des Exekutivkomitees der KPdSU zur Feier des 10. Jahrestags der Oktoberrevolution. Gedreht an Originalschauplätzen und mit Veteranen der historischen Ereignisse, zeichnet er die Revolution nach und kommentiert sie durch suggestive Montagen und ironische Bildfindungen. Musikalische Begleitung durch den Jazzmusiker und Improvisator Sergey Letov aus Moskau und Vlady Bystrov.

Aelita

15.11.2018, 19:30 Uhr 
Sowjetunion 1924, Regie: Jakow Alexandrowitsch Protasanov

Vorfilm: Die interplanetare Revolution – Parodie auf Aelita

Der Science Fiction-Klassiker wird musikalisch von Sergey Letov und Vlady Bystrov begleitet. Letov zählt zu den aktivsten und in Russland wohl auch bekanntesten Musikern und ist seit Anfang der 80er Jahre maßgeblich an der Entwicklung der Postmoderne in Russland beteiligt.